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Aufrüstung unter Hitler : Wie die Nationalsozialisten das Land kriegsfähig machten

  • -Aktualisiert am

Klar Schiff: Am 9. November 1935 wird in Kiel die neue Seekriegsflagge für die deutsche Marine enthüllt. Die Aufrüstung der Streitmächte war eine von vielen nationalsozialistischen Maßnahmen, um Deutschland auf den Krieg vorzubereiten. Bild: SZ Photo

Von Anfang an waren die Nationalsozialisten bestrebt, Deutschland auf einen neuen Weltkrieg vorzubereiten. Dazu mussten sie auch die Bevölkerung militarisieren um eine wankende „Heimatfront“ wie im ersten Weltkrieg zu vermeiden. Ein Gastbeitrag.

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          Nichts hat die Weltanschauung der nationalsozialistischen Führung stärker geprägt als die Erfahrungen und Deutungen des Ersten Weltkrieges. Für Adolf Hitler, aber auch für Millionen Deutsche war die eigene Armee unbesiegt geblieben und von angeblich hinterhältigen Verbrechern an der „Heimatfront“ verraten worden. Nicht die Überlegenheit der alliierten Armeen, nicht das militärische Versagen der Obersten Heeresleitung um Ludendorff und Hindenburg, sondern die Arbeiter, die während des Krieges wegen der katastrophalen Versorgungslage gestreikt hatten, und die linken Revolutionäre seien für die Niederlage verantwortlich gewesen. Hinter allem, so die Sicht der Nationalsozialisten, steckten die Juden, die vornehmlich in der Gestalt des Marxismus die Welt in den Abgrund stürzen wollten. Den „jüdischen Bolschewismus“ galt es zu vernichten – mit allen Mitteln.

          Darum sei ein neuer, dieses Mal siegreicher Krieg unvermeidlich, nicht allein um Deutschlands Ehre wiederherzustellen, als vielmehr „Lebensraum“ in Osteuropa zu gewinnen und das Judentum auszumerzen. Auf diesen neuen Weltkrieg zielte die nationalsozialistische Politik von Anfang an. Aber er musste besser vorbereitet werden als der erste. Die Schlussfolgerungen, die Hitler und die NS-Führung aus der Niederlage im Ersten Weltkrieg zogen, waren die Grundlage ihrer Vorkriegspolitik, um Deutschland von 1933 an auf allen Ebenen kriegsbereit zu machen.

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