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SS-Obersturmbannführer : Viele wussten, wo Eichmann war

  • -Aktualisiert am

NS-Kriegsverbrecher Adolf Eichmann (2.v.l) steht während seiner Vernehmung am ersten Prozesstag, dem 11. April 1961, vor dem Bezirksgericht in Jerusalem. Bild: dpa

Was die Israelis nach der Festnahme Adolf Eichmanns nicht preisgaben, stand am 2. Juni 1960 im Aufmacher der F.A.Z.: Fritz Otto Ehlert, ein in Buenos Aires lebender Korrespondent, hatte Eichmanns Leben in Argentinien rekonstruiert.

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          Am 11. Mai 1960 wurde Adolf Eichmann, einer der Schlüsselfiguren des Holocausts, von einem israelischen Spezialkommando festgenommen. Aber wo? Die Israelis gaben den Ort des Zugriffs auch dann nicht preis, als Premierminister David Ben-Gurion die Weltöffentlichkeit am 23. Mai darüber informierte, dass sich der frühere SS-Obersturmbannführer und „Judenreferent“ im Gewahrsam seines Landes befinde.

          Fritz Otto Ehlert, der aus der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires unter anderem für die F.A.Z. berichtete, wusste es. Eichmann war in Argentinien untergetaucht. Doch woher hatte der Korrespondent seine Informationen? Verkehrte er etwa selbst in den Kreisen geflüchteter Nazis in Südamerika? Gehörte er womöglich selbst dazu? Diese Fragen stellte man sich auch in Frankfurt. Dort war die F.A.Z. am 2. Juni 1960 mit der Schlagzeile erschienen: „Beweise für Eichmanns Aufenthalt in Argentinien“. Die Zeitung hatte das Geheimnis gelüftet.

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