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Ostfront des Ersten Weltkriegs : Bürgerkrieg im Herzen Europas

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Umkämpfte Stadt: In Lemberg werden 1920 polnische Soldaten in einer öffentlichen Zeremonie ausgezeichnet. Bild: Forum

Mit den Waffenstillständen vom November 1918 endete die Gewalt nicht – im Gegenteil: Im vom Krieg verwüsteten Ostmitteleuropa ging sie erst richtig los. Ein Gastbeitrag.

          12 Min.

          Die Ostfront des Ersten Weltkriegs war bereits zweimal über Lemberg hinweggefegt, als das kaiserliche Deutschland, die österreich-ungarische Doppelmonarchie und das zaristische Russland von der Weltbühne verschwanden. Aber auch im November 1918 kam die Stadt nicht zur Ruhe. Die Metropole im Osten des ehemaligen habsburgischen Kronlandes Galizien war das Objekt der Begierde von polnischen und ukrainischen Nationalisten. Schon am 1. November 1918 mündete hier der Erste Weltkrieg nahtlos in einen erbarmungslosen Bürgerkrieg, dessen Gewaltorgien auch vor Frauen und Kindern nicht haltmachten.

          Es sollte drei Wochen dauern, ehe es den polnischen Einheiten – meist Paramilitärs, die in ihren Reihen auch zahlreiche Frauen und Jugendliche zählten – gelang, ihre ukrainischen Gegner aus der Stadt zu vertreiben. Unmittelbar nach ihrem Sieg verübten polnische Soldaten gemeinsam mit Zivilisten ein Pogrom an der jüdischen Stadtbevölkerung – angeblich hatte sich diese zuvor auf die ukrainische Seite geschlagen.

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