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Naher Osten : Wie stabil ist Saudi-Arabien?

Die saudische Hauptstadt war vor einem Jahrhundert noch eine Stadt mit wenigen tausend Einwohnern. Heute ist Riad eine Millionenmetropole. Bild: Reuters

Kronprinz Muhammad Bin Salman will das Königreich neu ausrichten. Das ist auch ohne Proteste schwierig. Womöglich kommt der Versuch einer Transformation zu spät.

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          Saudi-Arabien verändert sich, und das ohne Proteste von unten und der „Straße“. Denn mit dem Kronprinzen Muhammad Bin Salman Al Saud verschieben sich die Konstanten des Königreichs. Nicht mehr das Haus Saud regiert, sondern nur noch eine Linie des Hauses, die von Salman, dem König seit 2015. Es wäre keine Überraschung, würde nach sechs Königen, die allesamt Söhne des 1953 gestorbenen Staatsgründers Abd al-Aziz Al Saud waren, bald ein Enkel, der 1985 geborene Muhammad Bin Salman, auf den Thron gelangen und dort ein halbes Jahrhundert sitzen.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Drei Konstanten bilden den Rahmen dieses Staats, der als einziger weltweit nach einer Familie benannt ist. Da ist erstens das Haus Saud, das älter als ein Vierteljahrtausend ist. Die Herrscherfamilie hat immer zusammengehalten, gerade in Krisenzeiten. Der König steht an der Spitze und herrscht mit absoluter Macht. Nach dem Tod eines Königs hat sich die Familie noch immer rasch auf den neuen König geeinigt, und die Prinzen haben ihm gegenüber die bai’a, den Loyalitätseid, abgelegt. Die Dynastie blieb trotz der vielen Tausend Prinzen ein System, das Außenstehenden verschlossen ist.

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