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Über die Selbstbeschränkung : Warum verzichten?

Worin besteht die wahre Lebenslust? In wenigen Bedürfnissen und leicht zu erfüllenden Wünschen? Stillleben mit Brot, Wurst, Käse und einer Weinflasche (Öl auf Leinwand, Privatsammlung) Bild: Tommaso Realfonzo

Über viele Jahrhunderte kreiste das abendländische Denken um die Not und den Segen des Verzichts. Heute ist der Begriff weitgehend aus der Mode gekommen – zu Unrecht. Ein Essay.

  • -Aktualisiert am
          12 Min.

          Es ist ein erstaunlicher Befund: In der Tradition der philosophischen und der theologischen Ethik sowie in der Praxis der Weltreligionen spielen verschiedene Formen des Verzichts eine erhebliche Rolle. Zudem pflegen nicht nur Gläubige, sondern auch säkulare Zeitgenossen eine entsprechende Praxis. Sie fasten oder spenden vor oder an christlichen oder jüdischen Feiertagen. Muslime tun beides im Monat Ramadan.

          Bei überzeugten Juden und Muslimen kommt der Verzicht auf Schweinefleisch, bei Muslimen zusätzlich der auf Alkohol hinzu. Trotzdem sucht man heute in den einschlägigen Nachschlagewerken der Ethik, der Philosophie und der Theologie das Stichwort „Verzicht“, häufig auch die Umfeldausdrücke wie „Askese“ und „Fasten“ vergeblich – ein „Lexikon der Ethik“ ist die Ausnahme. Taucht man also bei diesem Thema in eine uns fremd gewordene Welt ein?

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