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Niederländische Grenzbesetzung : Als die Bergstraße Bergstraat hieß

„Die Holländer kommen“: Landdorst Adriaan Blaauboer (links) am 23. April 1949 auf dem Weg zum Rathaus Bild: Privatarchiv Gerhard Köster

Am 23. April 1949 begann eines der skurrilsten Kapitel der westdeutschen Nachkriegsgeschichte: Die Niederlande annektierten mehrere deutsche Grenzorte. Die 3600 deutschen Einwohner schlugen sich dennoch wacker.

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          Strahlend blauer Himmel wölbte sich an jenem Samstagvormittag Ende April 1949 über dem weiten Land am Niederrhein, ringsum blühende Pracht. „Aber bei uns in Elten war die Stimmung gedrückt“, sagt Irmgard Roers. Das ganze Dorf war auf der Straße und wartete still auf das, was geschehen würde. Dann verbreitete sich in Windeseile die Nachricht: „Die Holländer kommen!“

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Um Punkt 12 Uhr überschritt am 23. April 1949 Landdrost Dr. Adriaan Blaauboer die Grenze zwischen den Niederlanden und dem Land Nordrhein-Westfalen. Dem niederländischen Beauftragten für die Verwaltung des kleinen, etwa 3600 Bürger zählenden Amtes rheinabwärts von Emmerich folgte ein merkwürdiger Invasorentross: eine Kolonne aus Jeeps, Motorrädern und Lastwagen der niederländischen Gendarmerie („Koninklijke Marechaussee“), deren Angehörige mit Maschinenpistolen bewaffnet waren, dahinter ein mit niederländischen Presse-, Radio- und Fernsehjournalisten vollbesetzter Bus.

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