Ukraine-Konflikt :
Als Stalin Hitlers Verbündeter war

Von Timothy Snyder
Lesezeit: 14 Min.
Blutige Fußspuren nach einem Angriff im ostukrainischen Donezk im August 2014.
Präsident Putin hat die Tradition der Angriffskriege in Europa wiederbelebt. Das Geschichtsbild wird dieser Entwicklung angepasst - und der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 rehabilitiert. Ein Gastbeitrag.

Während Russland seine Invasion in der Ukraine fortsetzt, hat Präsident Putin beschlossen, das Bündnis zwischen Hitler und Stalin zu rehabilitieren, mit dem einst der Zweite Weltkrieg begann. Mit der Aussage, der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 sei gute Außenpolitik gewesen, verletzt er ein altes sowjetisches Tabu und widerspricht seinem eigenen früheren Urteil, wonach der Hitler-Stalin-Pakt „unmoralisch“ gewesen sei. Was mag Wladimir Putin zu dieser Kehrtwende bewogen haben? Was erscheint am Bündnis mit Hitler gerade jetzt so reizvoll? Was bedeutet diese Revision der Geschichte des Zweiten Weltkriegs in einem Augenblick, da Russland die Tradition der Angriffskriege auf europäischem Territorium wiederbelebt?

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