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Erdgas- und Erdölvorräte : Wie sich der „rush to burn“ vermeiden lässt

  • -Aktualisiert am

Kein Grund in die Röhre zu gucken: Material für Nord Stream 2 auf dem Hafengelände von Sassnitz/Mukran Bild: Anja Franzke

Klimaabkommen könnten die Erdgas- und Erdölvorräte durch ein Verbot ihrer thermischen Nutzung wertlos machen. Die Anreize, sie schnell zu Geld zu machen, würden übergroß – mit schlimmen Folgen. Doch es gibt eine Lösung. Ein Essay.

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          Wer vor gut einem Jahrzehnt am ifo-Institut in München zu Besuch war, hätte dort auch einen Dinosaurier antreffen können. Gemeint ist die Nachbildung einer Riesenechse, wie sie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) jährlich als Negativpreis an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verleiht. Hans-Werner Sinn, der damalige Ifo-Präsident, hatte diesen Preis im Jahr 2009 erhalten. Seine kritischen Botschaften zu den Wirkungen konkreter klimapolitischer Maßnahmen hatten erkennbar den Unmut des NABU erregt.

          Bis heute aktuell und besonders be­deutsam, weil von großer wirtschafts- und klimapolitischer Tragweite, ist Sinns unpopuläre Einschätzung der unerwarteten und unerwünschten Effekte von Klimaabkommen, die als „grünes Para­do­xon“ in die Literatur Eingang gefunden hat. Demnach kann die Anstrengung der Weltgemeinschaft, die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas durch Verbote und Besteuerung allmählich zu re­duzieren, unmittelbar einen An­sturm auf die verbleibenden fossilen Brennstoffreserven der Welt auslösen. Ein solcher „rush to burn“ beschleunigt den Aus­­stoß des klimaschädlichen Kohlen­dioxids, anstatt ihn zu verringern.

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