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Begriff Konservatismus : Konservativ – was ist das überhaupt?

  • -Aktualisiert am

Eine Partei, zwei Richtungen: Mit Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz treffen zwei Parteifreunde mit recht unterschiedlichen Ansichten aufeinander. Der Diskurs unter Konservativen über die eigene Identität ist freilich nicht neu, sondern besteht schon sehr lange. Bild: dpa

Der neurechte Anspruch auf den Konservatismusbegriff macht es für die Union schwierig, ihn für sich zu fordern. Diese Konstellation ist keine neue, sondern reicht in die fünfziger Jahre zurück – ein Gastbeitrag.

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          Es scheint gerade schick, konservativ zu sein. Markus Söder, Winfried Kretschmann oder Alexander Gauland, sie alle reklamieren den Konservatismus für sich, Intellektuelle wie Andreas Rödder oder Ulrich Greiner versuchen sich an einer Definition. Das Spektrum dieser Entwürfe ist breit, die Konturen eines Konservatismus in der Bundesrepublik bleiben nebulös. Angesichts dieser Kakophonie fragt sich der interessierte Beobachter: Was ist eigentlich konservativ?

          Im öffentlichen Diskurs dominiert eine bestimmte Interpretation des Konservatismus. Thomas Biebricher hat sie jüngst in einen Essay gegossen und sie so politikwissenschaftlich veredelt. Biebricher argumentiert, dass sich der Konservatismus seit den mittleren 1980er Jahren „erschöpft“, sich inhaltlich und substantiell „verbraucht“ habe. Diesen Prozess glaubt er im Wandel von CDU und CSU fassen zu können, die nach und nach konservative Positionen geräumt und letztlich der AfD überlassen hätten.

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