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Katholische Kirche : Keine neue Sexualmoral!

  • -Aktualisiert am

Als die Liebe noch einzig und allein der Reproduktion galt: Josef und Maria bei der Krippe Bild: dpa

Eine Verzweckung der Sexualität zur individuellen oder sozialen Reproduktion war lange Zeit plausibel. Heute ist es an der Zeit, eine sinnstiftende Semantik der Liebe zu entfalten – gerade für die christliche Theologie. Ein Gastbeitrag.

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          Die von der katholischen Kirche propagierte Sexualmoral sei in die Krise geraten, so wird häufig gesagt. Sie stelle sich als extrem weltfremd dar, werde faktisch kaum noch befolgt und müsse deshalb von Grund auf erneuert werden. Gleichzeitig wird diese Moral von ihren Befürwortern gegen jede Veränderung, die dann als Verwässerung gilt, verteidigt, stehe damit doch das Eigentliche christlicher Normvorstellungen auf dem Spiel.

          Dagegen wäre in einem ersten Schritt zu zeigen, dass die kirchliche Sexualmoral in ihrer normativen Logik keineswegs spezifisch christlich ist. In einem zweiten Schritt, dass ihre Normen einst ein sinnvolles Ganzes beschrieben, diesen sozialen Sinn freilich schon vor langer Zeit eingebüßt haben. Im dritten Schritt gilt es zu überlegen, welche Moral in der heutigen Zeit an ihre Stelle treten kann.

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