https://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/ddr-wie-sowjetische-militaertribunale-zivilisten-erschiessen-liessen-17856515.html

DDR-Unrecht : Als so­wjetische Militärtribunale Zivilisten erschießen ließen

  • -Aktualisiert am

Gedenkstätte für die deutschen Opfer des Stalinismus auf dem Moskauer Friedhof Donskoje Bild: Bert Pampel

Zwischen 1950 und 1952 wurden allein in Dresden mehr als 100 Zivilisten durch sowjetische Militärtribunale zum Tode verurteilt. Sie wurden in Stalins Moskau hingerichtet. Ein Gastbeitrag.

          12 Min.

          Heinz Domaschke, Haus­meister in einer Kel­terei in Dresden-Lockwitz, hatte vor der Wahl zur Volkskammer der DDR am 15. Oktober 1950 gemeinsam mit einigen Freunden Propagandaplakate entfernt oder übermalt. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) kam dem 30 Jahre alten Mann, der SED-Mitglied war, auf die Spur. Da er während der Vernehmungen zugegeben hatte, mit amerikanischen Nachrichtendiensten und dem Rundfunksender RIAS Berlin in Kontakt gestanden zu haben, übergab ihn die Stasi Mitte Dezember 1950 „an die Freunde“, das heißt an das Ministerium für Staatssicherheit der UdSSR (MGB).

          Nach zahlreichen Verhören und Ge­genüberstellungen kam es vor dem Militärtribunal der Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland, das die Feldpostnummer 48240 trug, zum Prozess gegen Heinz Domaschke und sieben weitere Angeklagte. Am Ostersonntag, dem 25. März 1951, verurteilten die Richter neben Domaschke noch den tags zuvor 30 Jahre alt gewordenen Hermann Kernert, der in der elterlichen Gastwirtschaft „Alte Mühle“ angestellt war, sowie den 18 Jahre alten Autoschlosser Manfred Günther zum Tode durch Er­schießen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Polarisiert: Ferda Ataman in der Bundespressekonferenz

          Ferda Ataman : Bisher hat sie zugespitzt und provoziert

          Die Kandidatin für das Amt der Antidiskriminierungsbeauftragten soll an diesem Donnerstag im Bundestag gewählt werden. Die Union hält Ferda Ataman wegen ihres Hangs zur Provokation für ungeeignet. Auch im Regierungslager gibt es Kritiker.
          Warmes Wasser aus der Leitung könnte es mancherorts bald nicht mehr durchgängig geben.

          Drohender Gasmangel : Das große Frösteln beginnt

          Warmwasser morgens nur noch bis 8 Uhr, leer gefegte Regale für Brennholz und Kohle: Was der drohende Gasmangel für Verbraucher bedeutet – und wie sich Deutschland für den Winter rüstet.