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DDR-Westgrenze : Ihr verdammten Schweine

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Jetzt, so betonte Schalck, könne Strauß nach seinem Ermessen die Presseinformation über den Abbau der Splitterminen lancieren. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung meldete zwei Tage später am 28. September 1983, Strauß sei von der DDR ins Bild gesetzt worden, „dass an mehreren Abschnitten der innerdeutschen Grenze mit dem Abbau von Selbstschussanlagen begonnen“ wurde.

Die Entfernung der Mordanlagen aus dem Grenzgebiet zog sich hin. Noch am 22. März 1984 tötete eine Splittermine den 20 Jahre alten landwirtschaftlichen Hilfsarbeiter Frank Mater am Grenzzaun bei Wendehausen (Thüringen). Nach der Wiedervereinigung erhoben Strafverfolgungsbehörden gegen mehrere Verantwortliche aus der politischen und militärischen Führungsebene der DDR Anklage wegen der Verbrechen an der innerdeutschen Grenze. Am 10. September 1996 verurteilte das Landgericht Berlin den ehemaligen Chef der DDR-Grenztruppen Klaus-Dieter Baumgarten wegen elffachen Totschlags und fünffachen versuchten Totschlags an der innerdeutschen Grenze zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren. Fünf mitangeklagte Stellvertreter Baumgartens erhielten Freiheitsstrafen zwischen drei und vier Jahren. Der letzte Prozess gegen vier ehemalige Pionieroffiziere der DDR-Grenztruppen, die für die Montage und Instandhaltung von Splitterminen zuständig waren, endete fünfzehn Jahre nach dem Mauerfall am 9. November 2004 mit einem Urteil der 40. Großen Strafkammer in Berlin. Die Kammer sprach die Angeklagten Gerhard H., Dieter S., Rüdiger H. und Herbert S. wegen Beihilfe zum Mord in vier Fällen und Beihilfe zu einem versuchten Mord schuldig, verhängte aber keine Strafen. Die Angeklagten hatten lediglich die Prozesskosten zu tragen, da sie nach Auffassung der Kammer „acht Jahre mit der Anklage leben“ mussten und glaubhaft ihr Bedauern über den Tod der Flüchtlinge versicherten.

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