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Pandemien damals und heute : Was wir von der Cholera lernen können

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Ein entwürdigender und ekelerregender Tod: Das Bild einer 23 Jahre alten Wienerin kurz vor ihrer Ansteckung mit der Cholera und kurz vor ihrem Tod nur wenige Stunden später. Bild: Wellcome Images

1831 stürzte eine aus Asien kommende Seuche Preußen in die Krise. Abgeriegelte Grenzen, Ausgangssperren, wilde Verschwörungstheorien: Ein Blick in die Vergangenheit offenbart frappierende Ähnlichkeiten.

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          Als der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel am 14. November 1831 überraschend starb, lautete die Todesursache „intensivste Cholera“. Das hatten zumindest drei Medizinalräte der Witwe versichert, auch wenn in der „Preußischen Staatszeitung“ ein „Schlagfluss“ verantwortlich gemacht wurde. Auch einige Ausnahmen, die für die Bestattung genehmigt wurden, nähren noch heute Zweifel, ob Hegel wirklich der Cholera erlag. Aber der Leichenwagen wurde – wie zuvor die Wohnung Hegels – gründlich desinfiziert, und die Leichenträger mussten für fünf Tage in Quarantäne.

          Die Cholera war im Frühjahr 1831 zum ersten Mal in Preußen aufgetreten. Von dort breitete sie sich in andere deutsche Regionen aus, ehe sie Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und von Europa aus Afrika und Amerika erreichte: Die Cholera war die erste Pandemie der späten Neuzeit. Die Seuche kehrte im 19. Jahrhundert immer wieder: In insgesamt sechs großen Wellen hat die Cholera die Welt mehrfach umkreist und dabei dreizehnmal preußische Territorien heimgesucht, besonders heftig nochmals 1848/49, 1866 und 1873. Aber auch zahllose andere Regionen der Welt hatten immer wieder mit Ausbrüchen zu kämpfen, weshalb die Cholera zu Recht als Leitkrankheit des 19. Jahrhunderts gilt.

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