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Christsein in Corona-Zeiten : Das Virus als Wegmarke

  • -Aktualisiert am

Kunstformen der Natur: Das Coronavirus Bild: EPA

Die Corona-Krise zwingt uns zu der Einsicht, dass auch unser modernes Leben gefährdet und bedroht ist von Kräften, die stärker sind als all unsere medizinische Kompetenz und unser vieles Geld. Ein Essay.

          12 Min.

          Das Coronavirus hat die Frage unseres Umgangs mit der Freiheit auf zuweilen erschreckende Weise ins Zentrum gerückt. Dass die massiven Restriktionen, denen wir in den vergangenen Wochen ausgesetzt waren, eine Einschränkung grundlegender Freiheitsrechte bedeuteten, wird von niemandem bestritten. Umso erstaunlicher ist es, dass sie bis heute von einer großen Mehrheit der Menschen hingenommen, ja aktiv bejaht werden. Inzwischen gibt es freilich auch die anderen Stimmen – und es sind nicht nur Verschwörungstheoretiker oder Rechts- oder Linksextremisten –, die die Maßnahmen für weit überzogen halten.

          Ganz bestimmt gilt auch heute, dass Freiheit mitunter heißt, gegenüber politischen und religiösen Autoritäten dem eigenen Gewissen zu folgen und dafür auch Nachteile in Kauf zu nehmen. Das, was sich in dem „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ Martin Luthers vor dem Kaiser 1521 beim Reichstag zu Worms in einem ebenso frommen wie politischen Akt der Zivilcourage zeigte, das brauchen wir heute genauso als Christen in der Zivilgesellschaft. Wären dann nicht die massiven Freiheitseinschränkungen während der vergangenen Wochen der Anlass gewesen, um genau bei diesem Thema die gesunde Portion öffentlicher Aufsässigkeit einer Institution wie der Kirche zu zeigen, die wir immer wieder brauchen?

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