https://www.faz.net/-gpf-9o9jf

Russische Annexion : Deutscher Botschafter hält Krim-Rückkehr zur Ukraine für möglich

  • Aktualisiert am

Im März 2014 singt der russische Präsident die Nationalhymne vor einem Bildschirm mit der Aufschrift „Die Krim ist in meinem Herzen“. Bild: AP

Es wäre fatal, wenn die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim hingenommen würde, sagt der deutsche Botschafter in Moskau, Rüdiger von Fritsch. Nie dürfe die Bundesrepublik solchen Grenzverletzungen zustimmen.

          Der scheidende deutsche Botschafter in Moskau, Rüdiger von Fritsch, hält eine Rückkehr der von Russland einverleibten Schwarzmeer-Halbinsel Krim zur Ukraine für möglich. „Ich hielte es für fatal, wenn wir die Krim-Annexion einfach hinnehmen würden“, sagte der Diplomat der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. „Es gibt keinen Grund, prinzipielle Positionen aufzugeben“, sagte er mit Blick darauf, dass Russland die Krim-Frage ein für alle Mal geregelt sieht.

          Von Fritsch verlässt Ende des Monats nach fünf Jahren in Moskau Russland. Er verbringt den Ruhestand in Baden-Württemberg.

          „Unsere historische Erinnerung muss sein, dass es mit deutscher Zustimmung über die Köpfe Betroffener hinweg nie wieder einseitige Grenzverletzungen durch Gewaltanwendung gibt“, sagte er. „Gerade wir als Deutsche mit unserer Geschichte können bestimmte Verletzungen internationalen Rechts nicht einfach hinnehmen.“

          „Es ist gut, dass wir völlig anders als in der Vergangenheit nicht gewaltsam mit solchen Fragen umgehen. Aber, dass wir entschlossen und geschlossen reagieren, ist gut und wichtig und richtig“, meinte er mit Blick auf die Sanktionen der EU gegen Russland im Konflikt mit der Ukraine. Russland hatte sich die Krim 2014 nach einem international nicht anerkannten Referendum einverleibt.

          Deutschlands scheidender Botschafter in Moskau, Rüdiger von Fritsch, im März 2018 vor dem russischen Außenministerium in Moskau

          Der 65 Jahre alte von Fritsch soll von einem der engsten Vertrauten der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) abgelöst werden. Der Diplomat Géza Andreas von Geyr, derzeit Leiter der Politikabteilung im Verteidigungsministerium, soll künftig die mit rund 350 Mitarbeitern größte deutsche Auslandsvertretung leiten.

          Weitere Themen

          Wer reden will, soll ruhig reden

          G-7-Gipfel : Wer reden will, soll ruhig reden

          In Biarritz inszeniert Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel voller Überraschungen. Er überrumpelt Trump und lässt den iranischen Außenminister einfliegen. Ganz offensichtlich hat der französische Präsident aus seinem Anfängerfehler gelernt.

          G7-Gipfel einigt sich auf Hilfe für Amazonas-Brandgebiete Video-Seite öffnen

          Noch keine konkreten Maßnahmen : G7-Gipfel einigt sich auf Hilfe für Amazonas-Brandgebiete

          Ungeachtet anhaltender Spannungen in wichtigen politischen Fragen haben sich die G7-Staaten bei ihrem Gipfel in Biarritz auf einen gemeinsamen Gegner einigen können: die Feuer im Amazonasgebiet. Die sieben westlichen Industriestaaten seien überein gekommen, den betroffenen Staaten „so schnell wie möglich“ Unterstützung zukommen zu lassen, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

          19 Sekunden und kein Ende

          Maaßen und das Chemnitz-Video : 19 Sekunden und kein Ende

          Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Maaßen steht auch ein Jahr nach den Vorfällen in Chemnitz immer noch hinter seiner Aussage, es hätte damals keine „Hetzjagd“ gegeben. Dabei stützt er sich auf eine Quelle, deren Identität er nicht kennt.

          Topmeldungen

          Es ist das erste Mal, dass Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel ausrichtet.

          G-7-Gipfel : Wer reden will, soll ruhig reden

          In Biarritz inszeniert Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel voller Überraschungen. Er überrumpelt Trump und lässt den iranischen Außenminister einfliegen. Ganz offensichtlich hat der französische Präsident aus seinem Anfängerfehler gelernt.
          Der Faktor Wohnen wird von den meisten Menschen in der Klimadebatte übersehen. Dabei produzieren vor allem Warmwasser und Heizungen große Kohlendioxid-Emissionen.

          Wohnen und Heizen : Das ist Deutschlands Klimakiller Nr. 1

          Kaum jemand will wahrhaben, dass wir mit unseren Wohnungen dem Klima mehr schaden als mit Steaks und Flugreisen. Einige Länder reagieren darauf – während sich die Politik in Deutschland nicht einigen kann.
          Gemeinsame Geste: Mattarella und Steinmeier in Fivizzano

          Deutsche Kriegsverbrechen : Verantwortung ohne Schlussstrich

          In Fivizzano haben Nationalsozialisten im Jahr 1944 Massaker an der Bevölkerung verübt. Bundespräsident Steinmeier redet über frühere Greuel – und heutige Gefahren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.