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Über eine halbe Milliarde Euro : Neue Kriegsschiffe werden teurer

Entwürfe des Mehrzweckkampfschiffes 180 (MKS 180) Bild: Illustration Bundeswehr

Das wichtigste Rüstungsprojekt der Deutschen Marine verzögert sich schon vor der Vergabe. Das Verteidigungsministerium verändert die Anforderungen für das Projekt MKS 180 und will 525 Millionen Euro zusätzlich ausgeben.

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          Die Bundeswehr plant, mehr Geld für neue Kriegsschiffe auszugeben. Das Verteidigungsministerium rechnet für zunächst vier Mehrzweckkampfschiffe (MKS) 180, eine Klasse neuen Typs, mit 525 Millionen Euro Mehrkosten für neue Fähigkeiten, bei gleichzeitigen Einsparungen in Höhe von 300 Millionen Euro. Bisher waren Gesamtkosten in einer Höhe von vier Milliarden Euro vorgesehen.

          Lorenz Hemicker
          Redakteur in der Politik

          In einer Mitteilung an den Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages, die dieser Zeitung vorliegt, erklärte der Parlamentarischen Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Markus Grübel (CDU), die Kostensteigerung mit einer „unzureichenden Korrelation zwischen gebilligtem Finanzrahmen und gefordertem Leistungsumfang […] bereits vor Vertragsschluss.“ Darum seien „Forderungen aus der Leistungsbeschreibung“ herausgenommen worden, „deren technische Realisierung mit erheblichen Kosten bzw. Risiken“ verbunden gewesen wäre.

          Um welche Fähigkeiten des Schiffes es sich handelt, lässt Grübel offen. Aus Parlamentskreisen hieß es, auf der Kostenseite sei unter anderem wohl eine bessere Nutzbarkeit für Heeresspezialkräfte vorgesehen. Auf der Einsparseite werde auf einen schweren zugunsten eines leichteren Hubschraubers verzichtet.

          Das Verteidigungsministerium versicherte, dass die vorgenommen Einsparungen in Bereichen „ohne eine signifikanten operativen Mehrwert“ erzielt werde. Ohne sie wäre das Projekt noch teurer geworden.

          Von Seiten der Opposition wurde die Mitteilung kritisiert. „Das Ministerium versucht, Kostensteigerungen und Verzögerungen als Erfolg zu verkaufen“, sagte Grünen-Haushaltspolitiker Tobias Lindner dieser Zeitung. „Hätte das Verteidigungsministerium  nicht auf Fähigkeiten verzichtet, würde das MKS über 800 Millionen Euro teurer.“ Auch Linkspartei-Verteidigungspolitiker Alexander S. Neu äußerte sich pessimistisch. Die Erfahrung zeige, dass Rüstungsprojekte stets zu spät kämen. Etwas anderes zu glauben, sei „blauäugig“, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) setze die Tradition ihrer Amtsvorgänger fort.  

          Die Mehrzweckkampfschiffe 180 sollen als Kommandozentralen für Einsätze am Land dienen und zugleich dazu in der Lage sein, Ziele an Land und in der Luft zu bekämpfen. An der europaweiten Ausschreibung haben sich die Konsortien aus Lürssen und ThyssenKrupp Marine Systems, der niederländischen Damen-Werft und Blohm+Voss sowie den German Naval Yards gemeinsam mit der Britische BAe beteiligt.

          Langfristig soll die Deutsche Marine über sechs Schiffe des Typs verfügen. Von den ursprünglichen Plänen, acht Schiffe zu beschaffen, ist die Bundeswehr aus Kostengründen abgerückt. Die Auslieferung sollte ursprünglich ab 2023 beginnen, die Vergabe war zuletzt für Ende 2017 avisiert worden.

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