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Deutsche bei der Shabaab-Miliz : Vom Terrorkampf in Untersuchungshaft

  • Aktualisiert am

Nach ihrer Festnahme am Frankfurter Flughafen sitzen drei deutsche Staatsangehörige unter Terrorverdacht in Untersuchungshaft. Sie sollen vor ihrer Rückkehr in den Reihen der somalischen Shabaab-Terrormiliz gekämpft haben.

          Drei deutsche Staatsangehörige sind am Frankfurter Flughafen am vergangenen Samstag unter Terrorverdacht festgenommen worden. Eine Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft bestätigte am Montag, die Männer seien nach ihrer Rückkehr aus Kenia aufgrund Haftbefehlen von Beamten des Bundeskriminalamts in Gewahrsam genommen worden. Am Sonntag wurden sie dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der den Vollzug der Untersuchungshaft anordnete. Außerdem wurde die Wohnung eines weiteren Beschuldigten durchsucht.

          Dem 26 Jahre alten Steven N., dem 28 Jahre alten Abdullah W. sowie  dem 23 Jahre alten Abdulsalam W. wird die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Sie sollen sich in den vergangenen zwei Jahren in Somalia der islamistischen Terrorgruppe Al-Shabaab angeschlossen haben. In einem Trainingslager der Terrormiliz sollen sie an Waffen ausgebildet worden sein und sich anschließend an bewaffneten Kämpfen beteiligt haben. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne- oder vorbereitungen in Deutschland gebe es nicht.

          Die Al-Schabaab-Miliz will mit Gewalt ihre eigene, strikte Auslegung des islamischen Rechts in Somalia durchsetzen. Auch in Kenia hat sie mehrfach Anschläge verübt. So hat sich unter anderem zu dem Überfall auf das  Westgate“-Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi im  September letzten Jahres bekannt.

          Vor einer Woche soll der Shabaab-Führer Ahmed Abdi Godane bei einem amerikanischen Luftangriff im südsomalischen Barawe getötet worden sein. Am Freitag gaben die Vereinigten Staaten offiziell den Tod Godanes bekannt. Ein Sprecher des amerikanischen Verteidigungsministeriums nannte den Tod Godanes einen „großen symbolischen und operationellen Verlust“ für Al Shabaab. Al Schabaab hat dafür Rache geschworen und Scheich Ahmad Umar Abu Ubaidah zum neuen Chef erkoren. Zugleich bekräftigte sie ihre Verbundenheit zum Terrornetz Al Qaida.

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