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Gabriel trifft Cavusoglu : Ein Neustart für die deutsch-türkischen Beziehungen?

  • -Aktualisiert am

Sigmar Gabriel und Mevlüt Cavusoglu bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Ankara im Juni des vergangenen Jahres Bild: AP

Am Samstag kommt der türkische Außenminister nach Goslar. Sigmar Gabriel will bei dem Treffen mit Mevlüt Cavusoglu strittige Themen ansprechen – wie den Fall Deniz Yücel. Doch auch die Türkei formuliert vor dem Gespräch ihre Wünsche.

          Der geschäftsführende deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) will bei seinem Treffen mit Mevlüt Cavusoglu am Samstag alle strittigen Punkte in dem bilateral angespannten Verhältnis ansprechen. Wie seine Sprecherin am Freitag in Berlin sagte, soll es bei der Begegnung mit dem türkischen Außenminister in Gabriels Heimatstadt Goslar um die „ganze Bandbreite“ der Themen gehen – „nicht zuletzt auch um schwierige Themen“. Dabei verwies sie auf die Haftfälle, in denen Berlin eine politische Motivation unterstellt.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Die Sprecherin des Auswärtigen Amtes bekräftigte die Forderung Deutschlands, dass der Prozess gegen den Journalisten Deniz Yücel zügig vonstattengehen müsse. Das Treffen der Minister sei Ausdruck der Bemühungen, die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei wieder in normales Fahrwasser zu bringen, sagte sie. Man freue sich über die jüngsten Bewegungen in schwierigen Fällen.

          Keine „Megafon-Diplomatie“ mehr

          Cavusoglu warb seinerseits für einen „Neustart“ der Beziehungen. In einem Gastbeitrag für die Zeitungen der Funke Mediengruppe rief er am Freitag dazu auf, „die gegenwärtige Krisenspirale in unserem Verhältnis“ zu durchbrechen. Beide Länder sollten sich „auf Augenhöhe“ begegnen. Statt „Megafon-Diplomatie“ brauche es eine „empathischere Sprache“ und mehr Verständnis für die Gegenseite.

          Recep Tayyip Erdogan hatte kürzlich gesagt, die Türkei wolle mehr Freunde und weniger Feinde. Natürlich hoffe er, gute Beziehungen zur EU und den EU-Staaten zu haben, sagte der türkische Staatspräsident, der unter anderem der Bundesregierung im Streit über türkische Wahlkampfauftritte in Deutschland „Nazi-Methoden“ vorgeworfen hatte. Auch Cavusoglu griff damals die Bundesregierung scharf an. Deutschland müsse „sich zu benehmen lernen“, sagte er seinerzeit.

          Gabriel hatte im Bundestagswahlkampf für die Bundesregierung eine Kursänderung in den deutsch-türkischen Beziehungen verkündet und nach der Verhaftung des Menschenrechtlers Peter Steudtner deutsche Türkeireisende zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. Cavusoglus Besuch in Goslar ist Ausdruck eines Versuchs der Wiederannäherung. Er erwidert damit eine Visite Gabriels im Wahlkreis des türkischen Außenministers im November in Antalya.

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