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Der Westen und die „Arabellion“ : Die nicht abseits stehen

Obama und Cameron äußern sich begeistert über die „Arabellion“. Nicht nur die Rhetorik fällt auf, sondern der Hinweis auf den Einsatz militärischer Mittel gegen jene, welche Volkserhebungen blutig niederschlagen.

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          Es ist nicht das erste Mal, dass Präsident Obama und Premierminister Cameron gemeinsam einen Artikel verfasst haben. Aber der Beitrag, der zur London-Visite Obamas erschien, hat es in sich - am wenigsten noch, weil er das amerikanisch-britische Verhältnis von der Vergangenheit in die Zukunft transponiert.

          Präsident und Premierminister äußern sich begeistert über die „Arabellion“, den Kampf für Demokratie und Menschenrechte in Arabien. So groß ist das Pathos, dass man meint, hier redeten nicht die beiden kühlen Pragmatiker, sondern ihre Vorgänger Bush und Blair.

          Im Falle Obamas fällt die rhetorische Umarmung besonders auf. Aber es ist nicht nur Rhetorik, die auffällt, es ist der Hinweis auf den Einsatz militärischer Mittel gegen jene, welche Volkserhebungen blutig niederschlagen.

          Syrien wird nicht erwähnt - ist es gemeint? Oder Jemen? Was ist mit Saudi-Arabien? Der enge Verbündete beider Länder hat es Washington bis heute nicht verziehen, dass Mubarak fallengelassen wurde. Einen Zweifel haben Cameron und Obama beseitigt: Ihr Einsatz in Libyen zielt auf Regimewechsel. Was sonst?

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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