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Jasper von Altenbockum (kum.)

Kommentar : Die G-20-Traumtänzer

Je mehr Aufwand für Treffen von Staatengruppen nötig ist, desto größer ist der Rechtfertigungsdruck. Doch wer denkt, die Staatenlenker könnten einfach skypen, ist naiv.

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          Die Versuche, dem G-20-Treffen in Hamburg die Legitimität abzusprechen, überfrachten den Anspruch der Staatengruppe ganz bewusst. Wenn es darum ginge, „die Welt zu regieren“, wäre in der Tat die Frage: Warum überlässt man das nicht den Vereinten Nationen? Wenn das Treffen deshalb aber gleich am UN-Sitz in New York abgehalten würde, wie Sigmar Gabriel es vorschlägt, wäre erst recht nicht zu verstehen, warum nur diese zwanzig Staaten dazugehören. Das ist der Fluch der Größe: Sind es erst einmal zu viele Staaten, die mit großem Aufwand tagen, steigt der Zwang zur Rechtfertigung.

          Seltsamerweise gehört dazu auch der Tagungsort. Wenn das Treffen auf einer Insel stattfände, hieße es: Da sieht man es mal wieder, sie haben Angst, sie haben Geheimnisse, sie verstecken sich! Wenn die Staatenlenker sich aber inmitten der Großstadt, im Angesicht von Protest und Nichtregierungsorganisationen (das sind die guten Lobby-Gruppen, die bösen heißen „Lobby-Gruppen“) tagen, ist das auch wieder nicht recht. Sollen sie sich also gar nicht treffen, sollen sie skypen? Das ist so naiv wie „Lieber tanz ich als G20“.

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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