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Der Fall Mixa : Das Maß ist voll

  • -Aktualisiert am

Walter Mixa steht nun nicht nur als „Watsch'n-Bischof“ da, sondern auch als Lügner. Wenn er zudem finanzielle Unregelmäßigkeiten auf Kosten eines Kinderheims zu verantworten hat, kann man seinen Fall nicht als Kampagne gegen einen streitbaren Katholiken abtun.

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          Zwischen der Aussage des Augsburger Bischofs Mixa, er habe zu keiner Zeit gegen Kinder und Jugendliche körperliche Gewalt „in irgendeiner Form“ angewandt, und seinem Eingeständnis, er habe als Stadtpfarrer von Schrobenhausen in den siebziger Jahren „die eine oder andere“ Ohrfeige ausgeteilt, liegen wenige Tage.

          In den mehr als dreißig Jahren seither hat sich das Verständnis von dem, was als Gewalt zu bezeichnen ist, allerdings erheblich gewandelt - zum Besseren. Das kann dem politisch wachen Mixa, der sich immer wieder an gesellschaftlichen Diskussionen beteiligt hat, nicht entgangen sein. Deshalb steht er jetzt nicht nur als „Watschen-Bischof“ da, sondern auch als Lügner - ein schlechtes Zeugnis für einen geistlichen Oberhirten. Es kommt hinzu, dass es in Schrobenhausen - auf Kosten des Kinderheims - anscheinend auch finanzielle Unregelmäßigkeiten gab, die Mixa zu verantworten hat. Wenn der Zwischenbericht eines Sonderermittlers stimmen sollte, kann man diesen Fall nicht mehr als Kampagne gegen einen streitbaren Bischof abtun. Dann ist Mixas Maß voll.

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