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Der Fall Koch-Mehrin : Bizarr

Für den Forschungsausschuss des Parlaments ist die Aberkennung des Doktortitels offenbar kein Grund, die Qualifikation Frau Koch-Mehrins anzuzweifeln. Als wäre das nicht bizarr genug, tritt sie an die Stelle eines FDP-Politikers, der sich ebenfalls Plagiatsvorwürfen ausgesetzt sieht.

          Die Wirklichkeit bringt immer wieder Dinge hervor, die selbst in den wilden Traum- und Albtraumlandschaften der Dichter unglaubwürdig aussähen. Es muss das Vorstellungsvermögen des Publikums deshalb arg strapazieren, was das Europäische Parlament mit der FDP-Ikone Silvana Koch-Mehrin angestellt hat.

          Obwohl Frau Koch-Mehrin in der vergangenen Woche ihr Doktortitel wegen umfangreicher Plagiate aberkannt worden war, ist das für den Forschungsausschuss des Parlaments offenbar noch lange kein Grund, ihre Qualifikation für die „Verbreitung und Auswertung wissenschaftlicher Erkenntnisse“ in Zweifel zu ziehen. Als wäre das noch nicht bizarr genug, tritt Frau Koch-Mehrin an die Stelle des FDP-Politikers Chatzimarkakis, der sich ebenfalls Plagiatsvorwürfen ausgesetzt sieht.

          Dass dieser Tausch „turnusgemäß“ erfolgt sei, wie Chatzimarkakis wissen ließ, und „nichts mit aktuellen Vorgängen zu tun“ habe, macht es nicht besser. Im Gegenteil. Die FDP-Führung hat für den Karrieresprung Frau Koch-Mehrins nur ein stummes Kopfschütteln übrig – das macht das Bild rund.

          Richard Wagner

          Verantwortlich für politische Nachrichten.

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