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Frankfurter Zeitung 07.11.1918 : Reichskanzler ruft zur Einigkeit auf

  • Aktualisiert am

Eine Porträtaufnahme von Prinz Max von Baden aus dem Jahre 1929. Bild: Picture-Alliance

Der neue Regierungschef Max von Baden plädiert an das Volk, ruhig zu bleiben. Verfalle das Land in Chaos, sei nichts mehr gewiss.

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          Berlin, 6. Novbr. (W.B. Amtlich.) Der Reichskanzler erläßt folgenden Aufruf an das deutsche Volk:

          „Präsident Wilson hat heute auf die deutsche Note geantwortet und mitgeteilt, daß seine Verbündeten den 14 Punkten, in denen er seine Friedensbedingungen im Januar ds. Js. Zusammengefaßt hatte, mit Ausnahme der Freiheit der Meere zugestimmt haben, und daß die Waffenstillstandsbedingungen durch Marschall Foch mitgeteilt werden. Damit ist die Voraussetzung für die Friedens- und Waffenstillstandsverhandlungen gleichzeitig geschaffen. Um dem Blutvergießen ein Ende zu machen, ist die deutsche Abordnung zum Abschluß des Waffenstillstandes und zur Aufnahme der Friedensverhandlungen heute ernannt worden und nach dem Westen abgereist.

          Die Verhandlungen werden durch Unruhen und disziplinloses Verhalten in ihrem erfolgreichen Verlauf ernstlich gefährdet.

          Ueber vier Jahre hat das deutsche Volk in Einigkeit und Ruhe die schwersten Leiden und Opfer des Krieges getragen. Wenn in der entscheidenden Stunde, in der nur die unbedingte Einigkeit des ganzen deutschen Volkes die großen Gefahren für seine Zukunft abwenden kann, die inneren Kräfte versagen, so sind die Folgen nicht abzusehen.

          Die Aufrechterhaltung der bisher bewährten Ordnung in freiwilliger Manneszucht ist in dieser Entscheidungsstunde die unerläßliche Forderung, die jede Volksregierung stellen muß.

          Mag jeder Staatsbürger sich der hohen Verantwortung bewußt sein, die er in Erfüllung dieser Pflicht seinem Volke gegenüber trägt.

          Der Reichskanzler: Max, Prinz von Boden.“

          Die nächste Ausgabe des historischen E-Papers erscheint am 8. November 2018.

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