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Russische Kriegsgefangene : Späte Erinnerung

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Es war eines der größten Verbrechen der Wehrmacht: Etwa drei Millionen russische Kriegsgefangene kamen unter „deutscher Obhut“ um. Gauck erinnerte zu Recht daran.

          Bundespräsident Gauck hat beim Besuch im früheren Lager Holte-Stukenbrock das grauenhafte Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen während der NS-Zeit beklagt. Es liege im „Erinnerungsschatten“. Dabei ist die wegweisende Studie von Christian Streit „Keine Kameraden. Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen“ schon 1978 erschienen. Damals wurden Autor und Rezensenten von Veteranen und Ewiggestrigen als Nestbeschmutzer beschimpft.

          Der Münchener Militärhistoriker Christian Hartmann sprach 35 Jahre später vom „größten Verbrechen“ der Wehrmacht, weil in deren „Obhut“ von insgesamt 5,7 Millionen Rotarmisten etwa drei Millionen verhungerten, an Seuchen starben oder erschossen wurden. Außerdem hatten Stalins Soldaten die Hauptlast in der Allianz zur Bezwingung des Nationalsozialismus zu tragen, mit Zigmillionen Gefallenen.

          Gauck erwähnte zu Recht jene „Schreckensbilder von der Eroberung des deutschen Ostens durch die Rote Armee“, die später bei der deutschen Verdrängung eigener Taten und der Selbststilisierung zu Opfern halfen.

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