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Frankfurter Zeitung 20.04.1917 : Über die russische Revolution

Russische Soldaten mit gezogenen Säbeln und der roten Fahne. Februar 1917. Bild: Picture-Alliance

Ende Februar war in Russland die Revolution ausgebrochen. Seitdem ist viel passiert. Eine Einschätzung der Lage liefert die Frankfurter Zeitung vom 20. April 1917.

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          Ein Monat ist vergangen, seit der letzte Zar zur Abdankung gezwungen und damit der Erfolg der kurzen Revolution von Petersburg besiegelt wurde. Schon ist der alte Zarismus zur „historischen Erinnerung“ geworden, wie unser Kriegsberichterstatter im Osten nach einer Unterredung mit russischen Kriegsgefangenen festgestellt hat. Mehr als eine dunkle und traurige Erinnerung kann freilich das Regime nicht sein, zu dessen Verteidigung noch nicht einmal ein Versuch gewagt wurde.

          Es hat bei der Durchführung der Revolution in dem ungeheuer großen Reiche an einzelnen Orten Schwierigkeiten mit der Polizei gegeben, die aber mehr sich selber verteidigte als die gestürzte Ordnung. Der Erfolg der Revolution, der mitten im Kriege eingebracht werden konnte, ist ganz erstaunlich; er hat sogar viele Russen überrascht. Er erklärt sich nicht nur aus der heillosen Zerrüttung des alten Systems, das überreif zum Fall geworden war, und noch viel weniger aus Schwierigkeiten technischer Art im Verkehr und in der Versorgung. Die bestehen anderswo auch, ohne daß darum eine Revolution ausbricht und in Rußland ist doch immer nur ein kleiner Teil des Reichs von den Nöten betroffen, während das ganze Reich die Revolution mitgemacht hat. Die Petersburger Unruhen allein hätten niemals einen durchschlagenden und dauernden Erfolg haben können, obwohl sie von einem durch jahrelange Übung des Großstreiks geschulten Proletariat unternommen worden sind. Auch die Reichsduma allein war ohnmächtig, mehr noch als andere Parlamente weil sie nur in geringem Maße den Anspruch auf eine Vertretung ganz Rußlands erheben durfte. Erst die kluge und in der raschen und sicheren Entschlossenheit der Führer bemerkenswerte Zusammenarbeit der beiden Faktoren konnte den schnellen und verhältnismäßig unblutigen Verlauf der Revolution bestimmen. Aber auch dieses Ergebnis wäre nicht gesichert ohne die Zustimmung des ganzen Landes. Sie ist nun, wenn auch die Aussichten auf die künftige Neugestaltung noch ganz unsicher bleiben, doch soweit erreicht, daß eine Rückkehr zu den früheren Zuständen, zur „historischen Erinnerung“, als ganz ausgeschlossen gelten kann.

          Natürlich kann die große Revolution Rußlands nicht in einem Monat durchgeführt und abgeschlossen werden. Es ist in diesem Reiche so ziemlich alles neu zu schaffen, was zu einem Verfassungs-und Rechtsstaat gehört; selbst von der bisherigen Verwaltung können nur Teile in die Zukunft mitübernommen werden. Eine Aufgabe vieler Jahre steht den Russen bevor. Zunächst mußten die Männer, die im Chaos der Märztage die Zügel ergriffen haben, einen Notbau errichten, in dessen Schutz die Arbeit am Fundament des Staates unternommen werden soll. Diese Aufgabe ist durch den Krieg, der Rußland im Innern lähmt, aufs höchste erschwert und natürlich noch mehr dadurch, daß sich diesen dringlichen Problemen der russischen Politik gegenüber die Folgen des zweifachen Ursprungs der Revolution noch stärker geltend machen als bei den vorläufigen Maßnahmen für den inneren Wiederaufbau. Andererseits wäre es eine für uns gefährliche Illusion, wenn man verkennen wollte, daß der Krieg auch jetzt noch die inneren Streitigkeiten der Russen ausgleichen kann. Freilich wird die chauvinistische Losung der Eroberung, mit der die Kadettenpartei im August 1914 hochgemut in den Kampf zog, heute verstummen, wenn aber die breiten Massen, die jetzt der provisorischen Regierung in vielen Dingen Vorschriften geben oder wenigstens zu geben scheinen, zur Überzeugung kämen, daß das schon tatsächlich durch die Revolution Errungene durch die Friedensbewegung gefährdet wird, so hätten die französischen Regierungsagenten, die in Petersburg unter der Maske sozialistischer Propagandisten auftreten, leichtes Spiel.

          Die bisherigen Errungenschaften der Revolution sind durchaus nicht gering einzuschätzen. Es galt tatsächlich alles neu zu schaffen. Das einzige staatliche Organ, das in Rußland wirklich allgegenwärtig war, die Polizei, mußte überall zuerst beseitigt werden. Sie ist einstweilen überall durch Milizen ersetzt worden. Dieser Vorgang hat sich anscheinend ohne ernste Störungen vollzogen, selbst auf dem Lande. Das von einzelnen Orten Bauernunruhen gemeldet werden, hat nichts Überraschendes. Selbst im Frieden kam es vor, daß die Bauern den Großgrundherren die Häuser anzünden. Erstaunlich ist vielmehr, daß die Bauern im Allgemeinen die Umwälzung ruhig aufgenommen haben, denn die gemeldeten Ausschreitungen scheinen sich auf ganz wenige Bezirke beschränkt zu haben. In Beßarabien allein erscheint die Neuordnung noch nicht durchgeführt zu sein; dieses an Rumänien grenzende Gebiet hat soziale und wirtschaftliche Zustände ganz eigener Art, die es vom übrigen Rußland scharf unterscheiden. Mit der Beseitigung der Polizei war aber nur ein Teil der dringlichsten Aufgabe gelöst; es mußten die Selbstverwaltungsorgane, die Semstwos und die Gemeinderäte, sofort in die Lage versetzt werden, eine wirkliche Autorität auszuüben. An zahlreichen Orten erwies es sich als nötig, zu diesem Zweck den Bestand der gewählten Körperschaften zu verjüngen und zu erweitern. Auch diese Aufgabe scheint im allgemeinen befriedigend gelöst worden zu sein. Wenn sich dieser Eindruck bestätigt, so bedeutet das für die Sicherung der provisorischen Regierung weit mehr als die geräuschvollen Vorgänge in der Hauptstadt, die sich vor der Öffentlichkeit der ganzen Welt abspielen und darum eine Bedeutung zu haben scheinen, die ihnen vielleicht in Wirklichkeit gar nicht zukommt.

          Für den Verlauf dieser ersten Operationen der Revolutionäre ist es ganz bezeichnend, daß man schon zu Bagatellen herunter gehen muß, wenn man Anzeichen eines aktiven Widerstandes der Reaktion oder einer inneren Unfähigkeit des Volkes zur Neuordnung feststellen will. Natürlich hat da und dort die Polizei Schwierigkeiten gemacht und die zahlreichen Agenten der alten Regierung, die ihre Gehälter und Nebeneinkünfte zunächst schmerzlich vermissen müssen, arbeiten nach dem „bewährten“ alten Verfahren, indem sie falsche Meldungen in Umlauf setzen, den Pöbel aufzuheizen suchen, auf Pogromstimmung – die sich nicht immer gegen die Juden zu richten braucht – spekulieren, sogar die entlassenen Sträflinge zu allerhand Schandtaten anstiften. Die Freilassung der Gefangenen, die in den allerersten Tagen fast überall verfügt wurde, hat überhaupt zu einigen unliebsamen Erscheinungen geführt. Die Freiwilligen der Miliz sind natürlich im Kampf gegen Berufsverbrecher ungeübt; so scheint in den Großstädten noch immer eine gewisse Beunruhigung zu herrschen. Übrigens fehlt es nicht an humoristischen Einzelheiten bei dieser „Amnestie“, die sich in einigen Gefängnissen die Gefangenen selber zusprachen. In den Gefängnissen von Odessa z. B. setzten die Gefangenen die Wärter ab und ernannten neue, denen sie feierlich schworen, keinen Fluchtversuch zu unternehmen. Eine Versammlung der Gefangenen nahm politische Entschließungen an und wählte Bevollmächtigte die zum Einkauf von Lebensmitteln in der Stadt berechtigt sein sollen. Eine Anzahl von Gefangenen wurde „auf Ehrenwort“ freigelassen. Diese Leute hielten in einem Restaurant von Odessa unter dem Vorsitz eines zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilten Straßenräubers eine Versammlung ab die die im Gefängnis gefaßten Beschlüsse aufhob und der neuen Regierung versprach, zur Ordnung und Sicherheit beizutragen, um das Recht zur Rückkehr in die vollberechtigte bürgerliche Gesellschaft wieder zu erlangen. Solche Vorfälle werden von der russischen Presse mit dem Humor gewürdigt, den sie verdienen. Aus mehreren Städten, namentlich auch aus Ostsibirien, wird auch berichtet, daß die Revolutionäre bei der Polizei große Lager von Alkohol fanden, der dann überall feierlich verbrannt wurde.

          Die provisorische Regierung hat indessen eine ganze Reihe von Maßnahmen angeordnet, die der Zustimmung auch der radikalen Opposition der Sozialisten sicher sind und das überlieferte Bild Rußlands immer mehr umgestalten. Die neue Regierung hat aber auch die widerrechtlich verschleppten Zivilgefangenen aus den feindlichen Gebieten freigelassen, ein Akt der mindestens ebenso sehr von politischer Klugheit wie von Menschenfreundlichkeit zeugt. Sie hat ferner die Todesstrafe abgeschafft, die nach den russischen Gesetzen zwar nur in solchen Gebieten ausgesprochen wurde, die im Belagerungs- oder Kriegszustand waren, tatsächlich aber ganz allgemein angewandt wurde, vor allem bei Vergehen und Verbrechen, denen irgendwie eine politische Färbung anhaftete. Die Maßnahme Kerenskijs gewinnt besondere Bedeutung dadurch, daß das Schicksal der Zarenfamilie (die übrigens immer noch im Palast von Zarskoje Selo interniert ist), noch nicht endgültig feststeht; die Abschaffung der Todesstrafe setzt ebenfalls den Bestrebungen einiger fanatischer Extremisten eine gewisse Grenze. Endlich bedeuten die Erlasse über die Gleichberechtigung der Nationalitäten eine großzügige Lösung schwieriger, aber künstlich weit über die Notwendigkeit hinaus verwickelter Fragen. Im Frieden und in ruhigen Zuständen wären einer solchen Lösung gegenüber wohl viele Bedenken aufgestiegen, jetzt aber war keine andere mehr möglich. Für die neue Regierung bedeutet es zunächst jedenfalls einen erheblichen Machtzuwachs, den wir gut tun nicht zu gering einzuschätzen, daß sie sich die Unterstützung der „Fremdvölker“ gesichert hat. Die Juden vor allem werden sich dankbar erweisen, aber auch die Ukrainer nehmen die neuen Freiheiten, die sie nach den während des Krieges eingeführten Beschränkungen und Schikanen doppelt wertvoll empfinden müssen, mit offener Begeisterung auf. Auch unter den Armeniern und Georgiern hat die Revolution, die ihnen bessere Bedingungen für ihr nationales Leben verspricht, freudigen Widerhall gefunden. Begreiflicherweise fällt es Leuten, die Rußland vor allem in historischer Betrachtungsweise kennen gelernt haben und danach glauben, der hundertjährige Kampf des Zarismus um eine utopische Vereinheitlichung des gewaltigen Reichs entspreche einem von der Notwendigkeit gewiesenen Wege, nicht leicht, sich an die Vorstellung einer Art von föderativer Gliederung zu gewöhnen. Gerade im Kriege, der überall eine starke Konzentration der Staatsgewalt fordert, ist man geneigt, in einer solchen „Auflösung“ des bisherigen russischen Reichs auch eine Schwächung zu erblicken. Das mag für den Augenblick zutreffen, obgleich es durchaus noch nicht bewiesen ist. Tatsächlich entspricht aber eine freie Gliederung weit mehr den von der Natur gegebenen Bedingungen des russischen Reichs als die ganz künstlich geschaffene Einheit, die alle Glieder lähmte und auf die Dauer das Auftreten zentrifugaler Bestrebungen nicht verhindern konnte, die dem Einheitsstaat verhängnisvoll werden mußten, während sie in einer Föderation genügenden Spielraum zu schaffenden Betätigung finden können.

          Das alte Regime hat der Revolution eine große Reihe gewaltiger und zum Teil ganz unaufschiebbare Aufgaben hinterlassen. Es wäre natürlich naiv, den neuen Männern etwa einen Vorwurf daraus zu machen, daß sie die Verkehrsnot nicht behoben und die Verteilung der Lebensmittel nicht schon einwandfrei organisiert haben. Was durch eine jahrelange Mißwirtschaft verfahren wurde, kann nicht in wenigen Wochen gutgemacht werden. Am guten Willen der neuen Männer braucht man nicht zu zweifeln. Selbst ein Mißlingen braucht übrigens den politischen Ertrag der Revolution nicht zu gefährden, weil die Schuld, wie jedermann einsieht, tatsächlich der früheren Regierung zur Last fällt. Nicht weniger schwierig ist die Ordnung des verfahrenen Finanzwesens und die Förderung des bisher durch kleinliche Schikanen gehemmten Handels. Der Handelsteil der „Frankfurter Zeitung“ (vgl. Abendbl. vom 17. April) hat die Maßnahmen der neuen Regierung, die auf den Willen zur finanziellen Gesundung hinweisen, deren bisherigen Ergebnis aber auch die Sicherheit beweist, mit der die revolutionäre Bewegung fortschreitet, eingehend besprochen. Jetzt hat Finanzminister Tereschtschenko auch die Freiheitsanleihe, deren Betrag nach deutschem und englischem Vorbild nicht begrenzt wird, zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt, ein sicherer Beweis, daß das Selbstvertrauen der neuen Regierung im Wachsen ist. (Das Wolffsche Telegraphenbureau hat noch am 10. April eine Meldung verbreitet, wonach man in Kopenhagen wissen wollte, daß die Anleihe nicht aufgelegt werde, „weil man wegen des Mißtrauens der vermögenden Klassen gegenüber der neuen Regierungsform“ einen Mißerfolg befürchte. Drei Tage später meldete die Petersburger Telegraphenagentur die Eröffnung der Zeichnung auf die Anleihe. Es ist zum mindesten bedauerlich, wenn die Telegraphenagentur, deren Äußerungen im Ausland über Gebühr als amtliche oder halbamtliche Kundgebungen betrachtet werden, sich zur Verbreitung solche Gerüchte hergibt, die in den skandinavischen Hauptstädten umlaufen. Dadurch wird nur der den westlichen Alliierten Rußlands erwünschte und von ihnen geförderte Eindruck hervorgerufen, als ob man in Deutschland die Ergebnisse der russischen Revolution mit Mißgunst betrachte und zu verkleinern suche. (Die tendenziöse Berichterstattung eines nach seinen Traditionen liberalen Berliner Blattes hat in Rußland schon genug Schaden gestiftet). Die Nachrichten über Finanzmaßnahmen der neuen Regierung sind übrigens mit großer Vorsicht aufzunehmen. Meldungen über die Einführung einer Reihe von Staatsmonopolen z.B. sind sicher verfrüht, obwohl schon die alte Regierung solche Pläne vorbereitete. Ein Getreidehandelsmonopol, das schon seit 1912 in Rußland erörtert wird, läßt sich nicht improvisieren; es wird früher oder später in Rußland eingeführt werden, dann aber kaum in erster Linie zu fiskalischen Zwecken, die bei der augenblicklichen Finanzlage natürlich sofort wirksame Maßnahmen nötig machen. Größere Aussicht auf baldige Verwirklichung haben die Pläne, die ein Handelsmonopol für Tee und Zucker, vielleicht auch für Naphta und ihre Nebenprodukte in Aussicht nehmen. Die Schaffung irgendwelcher großer Staatsmonopole erscheint unausbleiblich weil die tatsächliche Aufhebung des Alkoholmonopols durch das Verbot des Branntweinverkaufs den Staat um eine der wichtigsten Einnahmequellen bringt und die Neuversorgung eines ganzen Beamtenheers nötig macht. Diese Dinge brauchen aber nicht überstürzt zu werden, so wenig wie die Lösung der Agrarfrage, die früher oder später, sicherlich aber sofort nach Beendigung des Kriegs, in den Mittelpunkt aller politischen Interessen gerückt wird.

          Zunächst treten auch die Erörterungen über die künftige Staatsform des Reichs, die in den ersten Revolutionstagen die Gemüter bewegten, etwas zurück. Ohne Zweifel hat der Gedanke der Errichtung einer Republik große Fortschritte gemacht, doch hat auch die konstitutionelle Monarchie immer noch einen Anhang, zudem z.B. die recht einflußreichen Altgläubigen gehören. Es ist kaum anzunehmen, daß diese und andere verfassungsrechtliche Fragen noch vor dem Friedensschluß bereinigt werden können. Erst dann kann die russische Revolution zum Abschluß gebracht werden, deren erste Wochen nur eine vorbereitende Arbeit leisten konnten. Erst dann werden sich die lebendigen Kräfte Rußlands wirklich messen, um ihre Rechte festzulegen und die künftige Gestalt des großen Staates zu bestimmen.

          Die nächste Ausgabe des historischen E-Papers erscheint am 24. April 2017.

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