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Friedenskonferenz von 1919 : Ein Vertrag, der keinen Frieden brachte

Archiv - Die Ministerpräsidenten David Lloyd George (England), Vittorio Emanuele Orlando (Italien), Georges Benjamin Clemenceau (Frankreich) und der amerikanische Präsident Woodrow Wilson (Archivfoto von 1919). Bild: dpa

Vor 100 Jahren ist der Friedensvertrag von Versailles unterschrieben worden. Deutschland wurde darin die alleinige Schuld am verheerenden Ersten Weltkrieg gegeben. Was ist davon geblieben?

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          Aus dem sicheren Abstand von 100 Jahren ist eigentlich allen klar, dass das nicht funktionieren konnte, was am 28. Juni 1919 in Versailles unterzeichnet worden ist. Aber selbst ohne das Wissen der Nachgeborenen hätten Zeitgenossen bemerken können, dass 1919 die Siegermächte des Ersten Weltkriegs nicht ein langfristig wirksames Friedenswerk geschaffen hatten, sondern ein fragiles Vertragskonstrukt mit sehr begrenzter Haltbarkeitsdauer.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Die sogenannten Pariser Vorortverträge, mit denen der Erste Weltkrieg juristisch beendet wurde, waren voller Widersprüche. Einerseits wurden, in der Tradition des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, hehre Ideale beschworen. Andererseits verhielten sich die Siegermächte gegenüber den Besiegten in einer Weise, wie sie zur Zeit der sogenannten Kabinettskriege im 18. Jahrhundert üblich gewesen war. Damals wurde von den Herrschern nach Gutdünken über Länder und Völker verfügt. Das freilich wurde im 20. Jahrhundert nicht mehr akzeptiert.

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