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Familienpolitik : Der ambitionierte Plan der Ampel

Vater-Mutter-Kind? Nicht immer, aber auch nicht mehr nie. Bild: dpa

Nicht einmal zwei Jahre gibt Justizminister Buschmann der Koalition, um einen angeblich jahrzehntelangen Reformstau im Familienrecht aufzulösen. Wenn das mal gutgeht.

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          Bis zur Mitte der Legislaturperiode will die Ampelkoalition also das ins Werk gesetzt haben, was Bundesjustizminister Marco Buschmann als die größte familienrechtliche Reform der vergangenen Jahrzehnte anpreist: neue, staatlich anerkannte Lebensgemeinschaftsformen, dazu Veränderungen im Adoptions- und Personenstandsrecht, nicht zu vergessen Entscheidungen über biopolitisch heiße Eisen wie Leihmutterschaft, Eizellspende und die Abschaffung des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche.

          Für diesen Zeitplan spricht, dass die meisten dieser Vorhaben wenig finanzwirksam sind. Langwierige Aushandlungsprozesse sind auf diesem Feld kaum zu erwarten. Etwas anders dürfte es um die sehr weitgehende gesellschaftliche Zustimmung stehen, die der FDP-Minister für die Agenda der Ampel reklamiert.

          Nun ist es nicht so, dass alles, was anderen Lebensformen als der klassischen Ehe gegeben wird, dieser dafür automatisch genommen werden muss. Weder finanziell noch symbolisch handelt es sich bei Anerkennungsfragen um Nullsummenspiele. Aber Buschmann selbst weiß, dass neue Lösungen auch neue Probleme nach sich ziehen werden.

          Diese nicht kleinzureden, sondern gerade im Blick auf das Kindeswohl so gründlich wie möglich zu bedenken, könnte den ungemein ambitionierten Zeitplan sehr wohl durcheinanderbringen.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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