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Terror in Brüssel : Der Tag, den alle fürchteten

Trauernde kommen am Dienstag in Brüssel zusammen, um den Opfern der Anschläge zu gedenken. Bild: AFP

Geschäftsreisende und Osterurlauber, Schüler und Berufstätige – sie sind die Opfer des schwersten Terroranschlags in der Geschichte Belgiens. Er hatte sich angedeutet.

          7 Min.

          Es ist der Tag, der als „Schwarzer Dienstag“ in die Geschichte Belgiens eingehen wird. Der Tag, an dem Terroristen erst am Brüsseler Flughafen und wenig später in einer U-Bahnstation mitten im Brüsseler Europaviertel ein Blutbad anrichten. Der Tag, an dem der Terror nicht nur in Belgiens Hauptstadt, sondern auch der Zentrale der Europäischen Union angekommen ist.

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
          Werner Mussler
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Nicht sofort wird an diesem Vormittag das ganze Ausmaß des schwersten Terroranschlags in der Geschichte Belgiens erkennbar. Von Verletzten ist zunächst die Rede, als kurz nach acht Uhr morgens die ersten Nachrichten und Bilder vom wenige Kilometer östlich von Brüssel gelegenen Flughafen in Zaventem eintreffen. Sie zeigen am Boden liegende, blutende Passagiere in der von schwarzem Rauch gefüllten Abfertigungshalle.

          Es stinkt, Menschen flüchtend weinend

          Ähnlich unübersichtlich ist es eine Stunde später mitten im EU-Viertel: Die Luft an der U-Bahn-Station Maelbeek ist rauchgeschwängert, es stinkt, Menschen flüchten weinend vom Ort des Geschehens. Erst später wird klar: Hier wie dort hat es nicht nur Verletzte, sondern Tote gegeben. Bis zum späten Nachmittag wird ihre Zahl von den Sicherheitsbehörden immer wieder korrigiert. Der Krisenstab spricht zuletzt von 30 Todesopfern: Am Flughafen seien 10 Menschen ums Leben gekommen, in der U-Bahn 20.

          „Ich war in der Abflughalle in Reihe 10, als ich gegen 7.45 Uhr eine erste Explosion gehört habe“, beschreibt die Augenzeugin Marie-Odile später den Hergang der Ereignisse. Die Leute seien zum Ausgang gerannt. „Dann gab es eine zweite Explosion auf Höhe der Schalterreihen 8 bis 9, Stücke fielen von der Decke.“ Daraufhin seien die Menschen in Panik ausgebrochen. „Ich dachte erst, da sei ein Koffer runtergefallen. In der Ankunftshalle habe ich Rauch gerochen und Glas und Blut gesehen. Dann ging ich aus dem Flughafen auf den Parkplatz und da sah ich Menschen mit Kopfverletzungen, weinende Menschen, mehr Blut und auf der Straße überall Glas“, berichtet Jordy van Overmeir, der aus Bangkok kommend in Brüssel gelandet ist.

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          Chronologie : Terror in Brüssel Bild: AP

          Am Nachmittag veröffentlicht die belgische Polizei ein Foto von einer Überwachungskamera des Flughafens. Es zeigt drei Männer, die jeweils einen Gepäcktrolley vor sich her schieben. Zwei von ihnen sollen sich kurze Zeit später in die Luft gesprengt haben, der dritte sei – zusammen mit einem weiteren Verdächtigen – flüchtig, berichten belgische Medien. Die erste Explosion ereignete sich am Schalter der belgischen Gesellschaft Brussels Airlines, die zweite am Schalter von American Airlines, wo gerade zwei Flüge in die Vereinigten Staaten abgefertigt wurden.

          Ohne Pause zeigen die Fernsehsender die schrecklichen Bilder der Anschläge. Zu sehen ist, welche Schäden die Explosionen in der Schalterhalle des Flughafens angerichtet haben. Teile der Decke haben nachgegeben, Fenster der Fassade sind zerborsten. Menschen sind in Panik geraten, laufen hin und her. Schreie sind zu hören. „Alles stürzte herunter, Glas, es war ein unbeschreibliches Chaos“, schildert der 40 Jahre alte Jef Versele aus Gent die Explosionen am Flughafen. „Die Bombe kam von unten und ging durch das Dach, es war gewaltig. Ungefähr 15 Fenster in der Eingangshalle wurden einfach rausgesprengt.“ Der Flughafen wird geschlossen. Viele Fluggäste werden auf das Rollfeld des Flughafens evakuiert. Gespenstische Bilder sind zu sehen: Tausende irren zwischen den dort geparkten Flugzeugen hin und her.

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