https://www.faz.net/-gpf-7q1xo

Demokratieparodie in Syrien : Assad gewinnt Wahl mit 88,7 Prozent

  • Aktualisiert am

Adrett noch im vierten Kriegsjahr: Assad mit seiner Frau Asma nach der Stimmabgabe Bild: AP

Die Abstimmung war eine Farce - der Machthaber aber hatte es nötig: Die sogenannte Präsidentenwahl in Syrien gewinnt Assad haushoch. Für den Amtsinhaber stimmten 88,7 Prozent der Wähler.

          1 Min.

          Syriens langjähriger Machthaber Baschar al Assad hat die Präsidentschaftswahlen in seinem gespaltenen Land nach offiziellen Angaben mit 88,7 Prozent der Stimmen gewonnen. Das teilte die Parlamentspräsidentschaft am Mittwochabend mit.

          Die beiden Gegenkandidaten Hassan al Nuri und Maher al Hajjar kamen bei der - von Assad-Gegnern als „Farce“ kritisierten - Wahl demnach auf 4,3 Prozent beziehungsweise 3,2 Prozent der Stimmen. Damit sieht der seit 2000 amtierende Staatschef einer weiteren siebenjährigen Amtszeit entgegen.

          Die Beteiligung an der Präsidentschaftswahl vom Dienstag gab das syrische Wahlgericht mit 73,42 Prozent an - im Jahr 2007 lag die offizielle Zahl noch bei 95,86 Prozent. Demnach beteiligten sich von den 15,8 Millionen Menschen, die mitten im Bürgerkrieg zur Stimmabgabe aufgerufen waren, 11,6 Millionen an der Wahl. 3,8 Prozent der abgegebenen Stimmzettel seien ungültig gewesen, sagte Wahlgerichtssprecher Maged Chadra.

          Assads Sieg galt als absolut sicher, zumal er nur zwei ihm getreue Gegenkandidaten hatte aufstellen lassen. Oppositionspolitiker traten nicht an. Wegen der seit 2011 anhaltenden Gefechte mit islamistischen Rebellen in dem Bürgerkriegsland konnte nur in den von den Regierungstruppen kontrollierten Regionen gewählt werden. Das sind etwa 40 Prozent des Staatsgebiets.

          Weitere Themen

          So wird der amerikanische Präsident gewählt Video-Seite öffnen

          Erklärvideo : So wird der amerikanische Präsident gewählt

          Das Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten wird nach Wahlmännerstimmen gekürt, welche die Kandidaten in den einzelnen Bundesstaaten erringen müssen. Wie viele Stimmen ein Staat im „Electoral College“ zu vergeben hat, hängt von seiner Bevölkerungsstärke ab.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.