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DDR-Doping : Fonds für Opfer in Aussicht

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Stellvertreterin der Doping-Opfer: Birgit Boese Bild: dpa

Bis auf die PDS haben sich die im Bundestag vertretenen Parteien geeinigt, die Opfer des DDR-Dopings zu entschädigen.

          Die Chance, einen Fonds zu Gunsten der Dopingopfer der DDR einzurichten, steigen. Die sportpolitischen Sprecher von FDP und Grünen, Klaus Kinkel und Winfried Hermann, sprachen sich im Bundestag für einen entsprechenden Antrag der CDU/CSU-Fraktion aus. Auch Götz-Peter Lohmann von der SPD scheint nicht abgeneigt. Übereinstimmend wandten sich die Politiker allerdings gegen einen Fonds, der ausschließlich mit staatlichen Mitteln gespeist wird. Auch die Pharmaindustrie sowie Sportorganisationen wie Nationales Olympisches Komitee und Deutscher Sportbund müssten zahlen.

          Klarheit bis September

          „Ich bin positiv überrascht vom Verlauf der Debatte. Es gab allgemeine Zustimmung für das Grundanliegen unseres Antrages“, sagte Klaus Riegert, der sportpolitische Sprecher der CDU/CSU- Fraktion. Diese hatte von der Bundesregierung gefordert, einen solchen Fonds einzurichten. Nach Riegerts Vorstellungen müsse jetzt der Sortausschuss Vertreter der Opfer und des deutschen Sports anhören, um möglichst bis September Klarheit über die Größenordnungen eines Fonds zu bekommen. Riegert machte dazu keine Angaben. „Ich will der SPD keinen Ablehnungsgrund geben“, sagte er.

          Etwa 1000 Geschädigte

          Der Chef des Vereins Doping-Opfer-Hilfe, Klaus Zöllig, hatte zuletzt von 750 000 Mark als unmittelbarem Finanzbedarf gesprochen. Für eine langfristige Unterstützung über mehrere Jahre sind aber mit Sicherheit mehrere Millionen Mark nötig. SPD-Politiker Lohmann wandte sich dabei gegen „utopische Forderungen“. Er verwies darauf, dass CDU-Kollege Riegert im März bis zu 30 Millionen Mark ins Gespräch gebracht habe. Riegert bereut das inzwischen. „Ich kann mir nicht anmaßen darüber zu urteilen, wie viel Geld nötig ist, um beispielsweise die Missbildung bei einem Kind medizinisch zu betreuen. Das müssen weitere Erörterungen ergeben.“ Der Verein der Doping-Opfer-Hilfe geht von etwa 800 bis 1000 Geschädigten aus.

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