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Maas und Pompeo auf Reisen : Damit Putin das Lachen vergeht

Der lachende Dritte? Die Kontroversen zwischen Berlin und Washington in der Sicherheits- und Energiepolitik sind auch dem Kreml wohlbekannt. Bild: AP

Berlin und Washington müssten dringend Wege finden, unterschiedliche Interessen wieder wie Verbündete zu verfolgen. Trump wird aber nicht einmal danach suchen.

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          Dass Moskau sich die Einmischung in innere Angelegenheiten verbittet, ist ein alter Hut. Dass ein deutscher Außenminister den Kreml vor der Verletzung deutscher Souveränität warnt, kommt schon seltener vor. Dass dieser Außenminister dabei auch noch den amerikanischen Verbündeten für den Versuch tadelt, „der EU ihre Energiepolitik zu diktieren“, ist neu, wenn auch nicht mehr überraschend.

          Die Kontroversen zwischen Berlin und Washington in der Sicherheits- und Energiepolitik sind auch dem Kreml wohlbekannt. Wie zum Beweis der deutsch-amerikanischen Entfremdung besucht Außenminister Pompeo während Maas’ Visite in Moskau mehrere Nachbarländer Deutschlands – aber nicht Berlin.

          Im Streit um Nord Stream 2 sind die Fronten verhärtet. Washington droht mit Sanktionen, Berlin reagiert darauf mit „Befremden“.

          Diese offen ausgetragenen Konflikte schwächen Deutschlands Position gegenüber Russland. Doch würde die Achtung Moskaus auch nicht wachsen, wenn Berlin den Befehlen Trumps folgte und das Pipeline-Projekt noch auf den letzten Metern stoppte. Es war aus strategischen Gründen falsch, das Gasgeschäft mit Moskau auszuweiten. Ein Vetorecht hat Washington, das genügend eigene außenpolitische Fehler begeht, jedoch nicht.

          Deutschland und Amerika müssten dringend wieder Wege finden, unterschiedliche Interessen so zu verfolgen, dass Putin nicht der lachende Dritte bleibt. Unter Trump wird in Washington aber nicht einmal danach gesucht werden.

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