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Cyberangriff : Verdächtiger in Sofia freigelassen

Passworteingabe auf einem Laptop Bild: dpa

Ein 20 Jahre alter Mann wird verdächtigt, einen Cyberangriff auf bulgarische Steuerbehörden ausgeübt zu haben. Er wurde am Donnerstag jedoch freigelassen.

          Die Staatsanwaltschaft in Sofia hat den Mann, der noch am Vortag als mutmaßlicher Täter eines Cyberangriffs auf bulgarische Steuerbehörden bezeichnet wurde, auf freien Fuß setzen lassen. Der 20 Jahre alte Mann wurde bereits am Donnerstag freigelassen, wie bulgarische Medien berichteten. Allerdings habe er die Auflage erhalten, sich täglich bei den Behörden zu melden, hieß es weiter. Auch dauerten die Ermittlungen gegen ihn an. Der Mann wird verdächtigt, Daten von mehreren Millionen Steuerzahlern in Bulgarien illegal von den Rechnern der Steuerbehörden heruntergeladen und Medien zugespielt zu haben. Die Freilassung wurde damit begründet, dass es sich bei dem Computersystem, in das er eingedrungen sei, doch nicht um staatstragende Infrastruktur handele, wie ursprünglich behauptet worden war. In diesem Fall hätten dem Verdächtigen bei einem Schuldspruch fünf bis acht Jahre Haft gedroht.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Unklar bleibt einstweilen, was es mit dem per E-Mail versandten „Bekennerschreiben“ auf sich hat, das bulgarische Medien erhalten hatten. Deren Absender hatte sich als russischer Staatsbürger ausgegeben und sein Schreiben auch über einen russischen E-Mail-Dienst versandt. Dieser Umstand hatte sogar einen Minister im Kabinett von Regierungschef Bojko Borissow dazu verleitet, öffentlich über eine mögliche russische Verwicklung in den Datenraub zu spekulieren. Ebenfalls ungeklärt ist die Frage, ob der ausführende Täter Hintermänner oder Komplizen in den Behörden hatte. Die Vermutung, dass es mehrere Täter geben könnte, war zunächst vom Chef der Abteilung für Internetkriminalität des bulgarischen Innenministeriums aufgestellt worden.

          Der bulgarische Staatssender bTV berichtete unterdessen, der mutmaßliche Täter habe mittlerweile seine Arbeit bei einer auf Cybersicherheit in Unternehmen spezialisierten Firma wiederaufgenommen. Ein Sprecher der betroffenen Steuerbehörde teilte derweil mit, man arbeite an einem Programm, das es allen Bürgern ermöglichen solle, zu prüfen, ob ihre Daten von dem Angriff betroffen gewesen seien. Er wiederholte die Darstellung der Behörden, es sei unwahrscheinlich, dass mit den an die Öffentlichkeit gelangten Daten Missbrauch betrieben werde, da es sich nicht um komplette Datensätze handele.

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