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CSU : Tillichs Beispiel

Da waren die Zeiten noch rosiger: Horst Seehofer (links) und Stanislaw Tillich bei einer Ministerpräsidentenkonferenz vor vier Jahren. Bild: dpa

Will Horst Seehofer warten, bis ihm die CSU mit dem Vorschlaghammer auf die Finger haut? Ein Kommentar.

          Tillichs Rücktritt hat zwiespältige Gefühle in der Union hervorgerufen. Einerseits gilt die Demission als Beleg dafür, dass man die Wünsche der Wähler „verstanden“ habe, was nicht zuletzt Seehofer vehement fordert. Andererseits zeigt Tillich den anderen Verlierern, etwa wieder Seehofer, dass man sich nicht so lange am Amt festkrallen muss, bis einem die eigene Partei mit dem Vorschlaghammer auf die Finger haut.

          Dem Beispiel aus dem anderen Freistaat will der bayerische Ministerpräsident aber noch nicht folgen, obwohl die Zahl derjenigen Parteifreunde wächst, die ihn dafür so heftig loben würden wie Markus Söder. Doch Sondieren, Verhandeln und Regieren will Seehofer schon noch selbst. Der Parteitag, auf dem er sich als CSU-Chef wiederwählen lassen will, wurde nun auf Dezember verschoben, damit er dann erzählen kann, wie viel er Grünen, FDP und CDU abgerungen habe. Ob ihn das rettet? Und wenn ja, wie lange? Selbst in der Merkel-Partei fangen die Jüngeren nun an, von der Notwendigkeit einer Erneuerung an der Spitze zu sprechen. Und das alles soll Tillich nicht bedacht haben?

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