CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer :
Die große Geschichte vom kleinen Doktor

Von Albert Schäffer, München
Lesezeit: 8 Min.
CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer
Auch nach den Plagiatsskandalen der vergangenen Jahre tritt der neue CSU-Generalsekretär als „Dr. Andreas Scheuer“ auf. Je genauer man hinschaut, desto kühner erscheint das.

Zu den Mysterien dieser Republik gehört die Gläubigkeit in die Magie der Zeichenkombination „Dr.“ Für sie haben manche Politiker große Opfer in Kauf genommen - selbst Karl-Theodor zu Guttenberg, dessen Adelsprädikat schon Wunderkräfte zugeschrieben wurden. Zu den besonders Opferbereiten darf der CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer gerechnet werden. Ihm hat der „Doktor filozofie“, ein sogenannter „kleiner Doktorgrad“, den er an der Prager Karls-Universität 2004 erworben hat, einigen Ärger eingebracht - von einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft, das eingestellt wurde, bis zu Plagiatsvorwürfen in Medien in seiner Heimat Passau. Doch der 39 Jahre alte Scheuer hält an seinem Glauben fest - über seinem Lebenslauf prangt in großen Lettern „Dr. Andreas Scheuer“. Und auch seine Partei präsentiert ihn auf ihren Websites als „Dr. Andreas Scheuer“.

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