https://www.faz.net/-gpf-9y4vs

Corona-Krise : Beschützer der privaten Daten

Ulrich Kelber, Bundesdatenschutzbeauftragter, spricht auf dem deutschen IT-Sicherheitskongress (Archivbild). Bild: dpa

Im Kampf gegen das Coronavirus soll eine App helfen. Für Ulrich Kelber, Bundesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit, steht hierbei die Freiwilligkeit der Bürger im Fokus.

          2 Min.

          Der Datenschutz, so spotten manche, sei eine deutsche Erfindung. Das erste Datenschutzgesetz weltweit wurde 1970 in Hessen verabschiedet. Die Politiker in Brüssel und Straßburg, die an der europäischen Datenschutzgrundverordnung arbeiteten, stammen fast alle aus Deutschland. Wenn der oberste Datenschützer der Bundesrepublik grünes Licht gibt für eine App zur Eindämmung des Coronavirus, hat das schon Gewicht.

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Ulrich Kelber, seit Januar 2019 Bundesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit, findet es richtig, dass die Bürger mit ihren Handys dabei helfen, Kontaktpersonen zu ermitteln, um Infektionsketten zu unterbrechen. Allerdings ist Freiwilligkeit für ihn das A und O. Ein Zwang zur App sei gar nicht praktikabel, sagt der SPD-Politiker. Wie solle der Staat das überprüfen? Kelber hält solche Vorschläge für kontraproduktiv und warnte auf Twitter: „Wenn man möchte, dass die Menschen viele Daten teilen, sollten alle Politiker, Medien und Institutionen sofort aufhören, Ideen zum Zwangsteilen oder zur weiteren Verwendung von einmal erhobenen Daten auszubrüten und herauszuposaunen. Wir brauchen Vertrauen.“ Den Vorschlag, Funkzellendaten von Mobilfunkanbietern auszuwerten, hielt er nicht nur aus diesem Grund für falsch. Die Daten seien viel zu ungenau, argumentiert der Informatiker.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Entscheiden ist die Einsicht, welche Verträge notwendig oder überflüssig sind: Hier heißt das Gebot der Stunde nicht Altersvorsorge, sondern Risikoabsicherung und Eigenheimfinanzierung.

          Die verlorenen Jahre : Was Gutverdiener finanziell oft falsch machen

          Bei Abschlüssen von Geldanlagen, Krediten und Versicherungen hapert es oft an der Einsicht, welche Verträge notwendig oder überflüssig sind: Gedanken an die Altersvorsorge taugen nicht, wenn das finanzielle Gerüst im Hier und Jetzt nicht passt.
          Kampf gegen einen unberechenbaren Feind: Auf der Intensivstation des Uniklinikums Tübingen wird ein Covid-19-Patient versorgt.

          Behandlung von Covid-19 : Immer wieder neue Rätsel

          Ein Radiologe wertet Hunderte computertomographische Aufnahmen von Covid-19-Patienten aus. Was er sieht, stellt bisherige Erkenntnisse in Frage. Auch andere Mediziner ziehen erste Bilanzen: Warum das Virus immer noch so schwer einzuschätzen ist.