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Zuckerberg in Telefonkonferenz : Facebook kämpft wie noch nie gegen Falschmeldungen

Ein Demonstrant mit einer Maske von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg steht am 26. April 2018 zwischen zwei Demonstranten mit wütender Emoji-Maske vor dem Portcullis House im Londoner Stadtteil Westminster. An dem Tag sollte der Technische Direktor von Facebook zum Thema Fake News vor einem Untersuchungsausschuss der britischen Behörde DCMS angehört werden. Bild: dpa

In der Coronakrise zeigt Facebook, wie gut es gegen Fake News vorgehen kann. Konzernchef Mark Zuckerberg muss es nur wollen. Für ihn geht es jetzt um Menschenleben, nicht mehr um Meinungsfreiheit.

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          Besonders die Lüge mit dem Bleichmittel ist Mark Zuckerberg im Gedächtnis geblieben. Er kennt sie von Facebook, seinem eigenen Netzwerk. Die Lüge lautet, dass Coronainfizierte einfach Bleichmittel trinken sollen, genauer: Chlordioxid, gemischt mit Zitronensäure. Das töte das Virus ab, sagen Wirrköpfe wie Jordan Sather. Und den Dummen, der es trinkt, gleich mit, sagt die amerikanische Arzneimittelbehörde. Für Sather ist Bleichmittel hingegen eine wichtige Zutat seiner „Wunder-Mineralien-Lösung“. Drei Tropfen am Tag, und das Coronavirus verschwinde, sagt er. Seine vielen Anhänger sind begeistert. Sie danken ihm, dass er standhaft bleibt, wenn Medien und Behörden auf die Gefährlichkeit seines Rezepts hinweisen.

          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          So sehen Fake News von der schlimmsten Sorte aus. Sie bringen Menschenleben in Gefahr. „Das ist abscheulich“, sagt Zuckerberg in einer Telefonschaltung mit ausgewählten Medien. Wie Millionen andere sitzt auch der Facebook-Chef dieser Tage im Homeoffice in seinem Haus in Kalifornien, um sich nicht anzustecken und um ein gutes Vorbild für seine Mitarbeiter zu sein. Fake News sind ja nichts Neues für Zuckerberg. Sein Netzwerk ist voll davon. Ideologen jeder Couleur verbreiten bei ihm die krudesten Theorien. Zuckerberg hat sich in der Vergangenheit oft entspannt gezeigt, wenn Bürger forderten, er möge den Mist löschen. Geht nicht, wegen der Meinungsfreiheit, sagte Zuckerberg dann immer. Wer solle entscheiden, was Mist sei und was nicht?

          Bei Corona sagt Zuckerberg das nicht. Jetzt geht es um Menschenleben, jetzt soll der Mist weg. „Selbst in einer Gesellschaft wie der amerikanischen, in der die Meinungsfreiheit einen besonderen Stellenwert hat, gibt es den Präzedenzfall, dass Leute nicht einfach ,Feuer!‘ in einem Raum voller Menschen rufen dürfen“, sagt Zuckerberg. „Das ist ähnlich wie das Verbreiten von gefährlichen Falschinformationen während einer Epidemie.“

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          Also verschenkt Facebook Werbeflächen an die Weltgesundheitsbehörde, so viele, wie diese haben will. Gleiches gilt für Instagram, das zu Facebook gehört. Wenn die Behörde sagt, dass eine Meldung Quatsch ist, löscht Facebook sie. Einfach so. „Wir erlauben keine Inhalte, die eine unmittelbare Gefahr oder ein Risiko schaffen“, sagt Zuckerberg. Wer auf Facebook nach dem Coronavirus sucht, wird sofort auf seriöse Quellen hingewiesen. Ein „Coronainformationszentrum“ erklärt jedem Nutzer, was wahr ist und was nicht. Facebook verbietet Werbung, in der falsche Medikamente gegen Corona beworben werden. Auch Schutzmasken dürfen nicht mehr über Facebook beworben werden. Auf Instagram werden alle Hashtags blockiert, unter denen Falschmeldungen lanciert werden. Die Freiheit, Quatsch zu erzählen, ist abgeschafft. Die Timelines sind gesäubert.

          Nicht nur Facebook macht das. Auch andere Plattformen bekämpfen Falschmeldungen wie noch nie, zum Beispiel Google. Wer dort nach „Coronavirus“ sucht, findet nur mühsam Fake News. Seitenweise werden Informationen von Behörden und seriösen Medien aufgelistet. Die Algorithmen tun, was sie sonst nie getan haben: Sie unterdrücken Schwachsinn. Ähnliches passiert bei Youtube, das zu Google gehört. Selbst wer sich dort auf „Astro TV“ verirrt, einen Hokuspokuskanal, wo Corona nach den Sternen gedeutet wird, bekommt sofort einen Link des Bundesgesundheitsministeriums eingeblendet. Auf Twitter sehen Nutzer bei ihrer Suchfunktion ein großes Logo: „Neuigkeiten zur Covid-19-Situation in Deutschland“. Wer darauf klickt, findet Hinweise von Behörden und Artikel aus Qualitätsmedien.

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