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Corona und Europa : Impfausweise sind keine Reisepässe

  • -Aktualisiert am

Einen Impfpass gibt es derzeit nur von der Weltgesundheitsorganisation. Bild: dpa

Im Schengenraum dürfen sich die Bürger grundsätzlich frei bewegen. Deshalb sollte man das Reisen nicht an einen europäischen Impfnachweis knüpfen. Sinnvoll wäre er trotzdem.

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          Wofür genau ein europäisches Impfzertifikat einmal genutzt werden kann, ist auch nach diesem EU-Gipfeltreffen noch nicht ganz klar. Eine Vorstellung, die in der öffentlichen Debatte mitschwingt, ist allerdings irreführend: Man kann freies Reisen in Europa nicht an Impfzertifikate knüpfen.

          Im Schengenraum herrschen grundsätzlich Reisefreiheit und Freizügigkeit, daran hat bisher nicht einmal die Pandemie etwas geändert. Grenzschließungen gab es immer nur vorübergehend – und für genau diese Fälle könnten Zertifikate von Nutzen sein. Ähnlich wie derzeit die Corona-Tests könnten sie einzelnen Bürgern das Überqueren einer ansonsten geschlossenen Grenze erlauben, was vor allem Pendlern und Kraftfahrern zugutekommen würde. Impfzertifikate sollten aber nicht zu neuen Pässen werden, ohne die man in Europa nicht mehr reisen kann.

          Im Prinzip ist die Idee richtig. Wenn die Impfkampagne in den nächsten Wochen und Monaten fortschreitet, dann dürfte ein Impfnachweis in vielen Mitgliedstaaten Voraussetzung für die Teilnahme am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben werden. Es wäre gut, wenn solche Nachweise dann in Hamburg wie in Lissabon gelten.

          Die absurde Situation, dass die Corona-Warn-Apps meist nur in einzelnen Ländern funktionieren, sollte sich nicht wiederholen. Und die EU-Kommission muss die Sache mit hoher Dringlichkeit anpacken. Eine Verzögerung wie bei der Impfstoffbeschaffung brauchen wir nicht noch einmal.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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