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CIA-Affäre : Al Masri gehörte zu al Tawhid

  • Aktualisiert am

Neue Fragen zum Fall Masri Bild: REUTERS

Der deutsche Staatsbürger al Masri, der eigenen Angaben zufolge von der CIA nach Afghanistan verschleppt worden war, soll früher Mitglied der Islamistengruppe al Tawhid gewesen sein, die heute als Terrororganisation gilt.

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          Der deutsche Staatsbürger al Masri, der eigenen Angaben zufolge von einem amerikanischen Geheimdienst nach Afghanistan verschleppt worden war, ist nach Auskunft seines Anwalts während seiner mehrwöchigen Haftzeit zwischen Januar und Mai 2004 von Angehörigen des Nachrichtendienstes CIA nach Verbindungen zu der Organisation „al Tawhid“ befragt worden. Diese wird in Deutschland inzwischen als terroristische Vereinigung eingestuft.

          Angehörige von „al Tawhid“ sind in Deutschland wegen geplanter Sprengstoffanschläge verurteilt worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP soll al Masri früher Mitglied der Organisation gewesen sein. Sein Mandant habe 1985 seinen Asylantrag in Deutschland mit einer Mitgliedschaft bei „al Tawhid“ begründet, sagte al Masris Anwalt der Agentur. Er bestätigte damit Berichte von „Stern.de“ und des Südwestrundfunks.

          Al Masri war nach eigenen Angaben Ende 2003 an der albanisch-mazedonischen Grenze festgesetzt, kurz darauf von Amerikanern nach Afghanistan verschleppt und erst Monate später wieder freigelassen worden. Zu seinen Vernehmern soll nach seinen unbewiesenen Angaben auch ein deutscher Behördenmitarbeiter gehört haben. Der Rechtsanwalt erklärte, die frühere „al Tawhid“ dürfe nicht mit der Bewegung gleichgesetzt werden, die heute als Terrororganisation gilt. Seit al Masri in Deutschland lebe, sei er nicht mehr Mitglied von „al Tawhid“.

          Der Anwalt sieht hinter den Veröffentlichungen eine Kampagne der deutschen Behörden. Hintergrund sei offensichtlich, daß al Masri in der Öffentlichkeit diskreditiert werden solle, weil es zu seinem Fall bald neue Veröffentlichungen geben werde. Er bestritt dabei auch die Berichte des SWR und stern. de, daß der Bruder seines Mandanten ein hoher Geistlicher der al Tawhid sei. Al Masris Bruder sei nach seinem Kenntnisstand ein ganz normaler, redlicher Geistlicher. Es werde bald umfangreiche neue Veröffentlichungen zu den Hintergründen des Falls geben wird. Diese stünden auch im Zusammenhang mit dem Schadensersatzprozeß, den sein Mandant in den Vereinigten Staaten wegen seiner monatelangen Verschleppung angestrengt habe.

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