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Chronik : Stationen auf dem Weg zum Gipfeltreffen

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Historischer Händedruck: Rabin (l.) und Arafat nach der Unterzeichnung des Abkommens von 1993 Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Nach mehr als vier Jahren Intifada ist ein Ende der Gewalt im Nahen Osten in greifbare Nähe gerückt. Die wichtigsten Stationen der Bemühungen um einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern seit 1991.

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          Nach mehr als vier Jahren Intifada ist ein Ende der Gewalt im Nahen Osten in greifbare Nähe gerückt. Die wichtigsten Stationen in den Bemühungen um einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern seit 1991. Eine Chronik:

          Oktober-November 1991: Auf der Konferenz von Madrid trifft Israel mit allen arabischen Nachbarn einschließlich der Palästinenser zu Friedensgesprächen zusammen.

          13. September 1993: Israel und die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) unterzeichnen nach Jahrzehnten der Feindschaft ein Friedensabkommen in Washington. Dabei kommt es zum historischen Handschlag zwischen dem damaligen israelischen Ministerpräsidenten Itzchak Rabin und PLO-Chef Jassir Arafat.

          4. Mai 1994: Israel und die PLO unterzeichnen das Gaza-Jericho-Abkommen. Damit wird die begrenzte Selbstverwaltung der etwa zwei Millionen Palästinenser und Arafats Rückkehr aus dem Exil möglich.

          Im Jahr 1994 erhalten Arafat, Rabin (r.) und Peres den Friedensnobelpreis

          28. September 1995: Israel und die PLO vereinbaren die palästinensische Selbstverwaltung der Städte Bethlehem, Dschenin, Nablus, Kalkilia, Ramallah, Tulkarm und Teilen Hebrons sowie ein Fortbestehen der jüdischen Siedlungen.

          4. November 1995: Rabin wird von dem jüdischen Extremisten Yigal Amir in Tel Aviv erschossen. Sein Tod ist ein schwerer Rückschlag für den Friedensprozeß.

          23. Oktober 1998: Unter Vermittlung der Vereinigten Staaten unterzeichnen Arafat und Netanjahu das Wye-I-Abkommen. Darin ist vorgesehen, daß Israel sich im Gegenzug für palästinensische Sicherheitsmaßnahmen aus 13 Prozent des Westjordanlands zurückzieht. Nur zwei Monate später stoppt Netanjahu die Umsetzung des Abkommens mit der Begründung, die Palästinenser seien ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen.

          13. September 1999: Israels neuer Ministerpräsident Ehud Barak und Arafat unterzeichnen das Wye-II-Abkommen in Ägypten. Damit soll die Umsetzung des Wye-Abkommens endlich realisiert und eine Frist für Friedensgespräche gesetzt werden.

          11. Juli 2000: Der amerikanische Präsident Bill Clinton lädt Barak und den inzwischen zum Palästinenser-Präsidenten gewählten Arafat zu Gesprächen in die Vereinigten Staaten. Die Verhandlungen scheitern jedoch

          28. September 2000: Der provokative Besuch von Israels Oppositionschefs Ariel Scharon auf dem Tempelberg in Jerusalem löst den zweiten Palästinenser-Aufstand (Intifada) aus.

          7. März 2001: Der konservative Scharon wird mit großer Mehrheit zum neuen Ministerpräsidenten Israels gewählt.

          30. April 2003: Die Vereinigten Staaten, die Europäische Union, die Vereinten Nationen und Rußland legen einen Friedensplan - die „Road Map“ - für den Nahen Osten vor. Die Palästinenser befürworten den Plan, der ein Ende der Gewalt und die Gründung eines palästinensischen Staates im Westjordanland und Gazastreifen bis 2005 vorsieht.

          17. Mai 2003: Scharon und der neue palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas treffen sich zu Verhandlungen über den Friedensplan. Dies sind die ersten Gespräche auf so ranghoher Ebene beider Seiten seit mehr als zwei Jahren.

          4. Juni 2003: Der amerikanische Präsident George W. Bush, Scharon und Abbas kommen zu einem gemeinsamen Gipfeltreffen zusammen.

          5. August 2003: Abbas sagt ein Treffen mit Scharon ab und beschuldigt ihn, die Umsetzung des Friedensplans zu verzögern.

          19. August 2003: Israel stoppt Gespräche zur Übergabe von vier Städten im Westjordanland, nachdem ein palästinensischer Selbstmordattentäter in Jerusalem 21 Menschen getötet hatte.

          1. Dezember 2003: Die Veröffentlichung des alternativen Genfer Friedensabkommens zwischen moderaten israelischen Oppositionspolitikern und palästinensischen Politikern erhöht den Druck auf beide Seiten, die Gespräche wieder aufzunehmen.

          6. Juni 2004: Israels Kabinett stimmt für den Plan Scharons, alle 21 Siedlungen im Gaza-Streifen und vier von 120 Siedlungen im Westjordanland aufzulösen.

          11. November 2004: Jassir Arafat stirbt in einer Klinik in Paris. Abbas folgt ihm an der Spitze der PLO.

          15. Januar 2005: Abbas wird nach seinem Wahlsieg am 9. Januar als neuer palästinensischer Präsident vereidigt. Zur Wiederbelebung des Friedensprozesses erreicht er in Verhandlungen mit den radikalen Gruppen umgehend eine weitgehende Waffenruhe.

          3. Februar 2005: Israel kündigt einen Truppenabzug aus fünf Städten im Westjordanland und die Freilassung von 900 inhaftierten Palästinensern als Geste des guten Willens an.

          7. Februar 2005: Die amerikanische Regierung unter George W. Bush kündigt an, sich stärker als bisher im Friedensprozeß zu engagieren - zunächst, indem sie einen eigenen Nahost-Sicherheitsbeauftragten installiert und rund 31 Millionen Euro Finanzhilfe für die palästinensische Autonomiebehörde bereitstellt.

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