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Christenverfolgung : Um des Glaubens willen

An diesem logischen Punkt stellten die Organisatoren der Veranstaltung, an erster Stelle eine Organisation namens „Observatory on Intolerance and Discrimination Against Christians in Europe“, die Frage, wie es um Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa selbst stehe. Nicht gut, befand der Rechtsanwalt Paul Coleman. Das öffentliche Eintreten für die katholische kirchliche Lehre zur Homosexualität werde mancherorts als „Hassrede“ eingestuft und ziehe staatsanwaltliche Ermittlungen nach sich. In Deutschland seien Eltern verurteilt worden, weil sie aus christlicher Überzeugung ihre Kinder zu Hause unterrichten wollten. Anderswo dürften Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen ihren Beruf nicht erlernen oder ausüben, wenn sie nicht bereit seien, an Abtreibungen mitzuwirken. Sie seien vor die Alternative gestellt: Beruf oder Glauben.

Spitzenreiter bei der Christenverfolgung: Nordkorea geht besonders drakonisch gegen Gläubige vor – wie beim inhaftierten Missionaren Kenneth Bae.

Ellen Kryger Fantini ging auf Fälle von Intoleranz ein, welche das „Observatory“ erfasst habe, 1800 Fälle seit 2005. Das waren beispielsweise Akte von Vandalismus gegen christliche Gräber, zerstörte Kreuze oder Figuren, abgehackte Gipfelkreuze, Schmierereien auf Kirchen, die teilweise auch drohenden Charakter hatten: „Nur eine brennende Kirche ist eine gute.“ Tatsächlich habe es auch Brandanschläge gegen Kirchen in den Niederlanden, Frankreich und Österreich gegeben. Anderswo trügen aus öffentlicher Hand geförderte Beleidigungen zur Marginalisierung bei. Im estnischen Nationalmuseum stehe eine Marienfigur, die dazu da sei, von den Besuchern getreten zu werden. In Spanien sei eine „Kunstinstallation“ aus gestohlenen geweihten Hostien (nach katholischem Verständnis ist das das Allerheiligste) von der Stadt Pamplona gefördert worden. Und dann seien da offensichtlich islamistisch motivierte Anschläge gegen Kirchen in Belgien, ein in Schweden aufgesprühter Schriftzug „Konvertiere oder sterbe“, der Mord am französischen Priester Jacques Hamel. José-Luis Bazán, Justitiar des Zusammenschlusses der katholischen Bischofskonferenzen in der EU, verwies auf die Belästigungen oder gar Bedrohungen, denen christliche Flüchtlinge in der Umgebung von Unterkünften muslimischer Flüchtlinge in Europa ausgesetzt sein können.

Zwei Seiten der Intoleranz gegenüber Christen

So unterschiedlich gelagert die Beispiele von durchgesetzter Schulpflicht über öffentliche Verhöhnung bis hin zu Brandstiftung und Mord auch sind, die mancher im Einzelnen auch unterschiedlich beurteilen wird, zeigt sich doch insgesamt ein bedenkliches Bild, das selten ins Licht gerückt wird. Ist ein umgestürztes Grabmal, eine zerstörte Jesusstatue oder ein abgehacktes Gipfelkreuz Ausdruck einer christenfeindlichen Strömung oder nur jeweils ein dummer Akt des Vandalismus, als der das in der Regel öffentlich wahrgenommen wird? Geschändete jüdische Friedhöfe oder an Wände geschmierte Nazi-Symbole werden jedenfalls zu Recht skandalisiert als Anfänge von etwas, dem zu wehren ist.

Eine andere Frage ist es, ob all dies in einem Atemzug genannt werden sollte mit genozidartigen Verfolgungen im Nahen Osten oder mit schwerer staatlicher Unterdrückung à la Nordkorea. Die Wiener Kommunalpolitikerin Gudrun Kugler, eine der Organisatoren, sagt, zwar werde hier eine „große Lücke überbrückt“. Aber die „subtileren Formen“ der Christenverfolgung in Europa, die bis zum „sozialen Tod“ führen könnten, würden oft übersehen. Es handle sich um zwei Seiten derselben Medaille.

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