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China und Taiwan : Ein historischer Handschlag

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Handschlag unter Wahrung der Distanz: Wang Yu-chi (Taiwan, links) und Zhang Zhijun (China) Bild: AP

Erstmals seit dem Ende des chinesischen Bürgerkriegs 1949 haben China und Taiwan offizielle Gespräche auf Regierungsebene geführt. Es ist ein Durchbruch in den Beziehungen beider Länder.

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          Es gab keine nationalstaatlichen Symbole und keine Namensschilder mit Amtstiteln. Für den Ort des Treffens war sorgfältig die Hauptstadt Peking vermieden und die Provinzhauptstadt Nanking ausgewählt worden. Die Minister der beiden Staaten, die einander nicht anerkennen, begrüßten sich herzlich in ihrer gemeinsamen Sprache und redeten dann über die Zukunft. Zum ersten Mal seit dem Ende des chinesischen Bürgerkrieges und der Flucht der Nationalisten 1949 nach Taiwan sind am Dienstag Regierungsvertreter von Taiwan und der Volksrepublik China ganz offiziell zusammengetroffen.

          Noch in den Tagen des chinesischen Neujahrsfestes, die traditionell der Pflege von alten und neuen Freundschaften und auch der von belasteten Verwandtschaftsbeziehungen gilt, empfing Zhang Zhijun, der Leiter des Taiwan-Amtes der Pekinger Regierung, den taiwanischen Minister für Festlandsfragen Wang Yu-chi. „Ein kleiner Schritt für Minister Wang, ein großer Schritt für die Republik China“, jubelten einige taiwanische Internetseiten.

          Tatsächlich ist das Treffen ein Durchbruch in den Beziehungen, denn die Volksrepublik beansprucht Taiwan als Provinz Chinas, und Taiwan ist nach seiner Verfassung die „Republik China“, die theoretisch auch Anspruch auf die Herrschaft über ganz China erheben könnte.

          Politische Kontakte bleiben kompliziert

          Die knifflige Frage, ob es „Ein China“ gibt und wie dieses definiert werden kann, hat bislang alle Fortschritte in den offiziellen Beziehungen über die Taiwan-Straße verhindert. Nicht, dass es in den vergangenen Jahrzehnten keine Kontakte zwischen Taiwan und der Volksrepublik gegeben hätte. Die inoffizielle Normalisierung begann in den neunziger Jahren, und Gespräche liefen seit dem Jahr 1993 über halboffizielle Stiftungen beider Seiten. Gegenseitige Besuche begannen, Wirtschaftskontakte wurden geknüpft, und die brachten Taiwan und China immer näher zueinander.

          Millionen taiwanischer Unternehmen haben sich auf dem chinesischen Festland niedergelassen. Millionen Taiwaner leben in der Volksrepublik. Die Volksrepublik China ist der größte Handelspartner Taiwans. Doch während die wirtschaftlichen Kontakte sich immer mehr in Richtung auf eine wirtschaftliche Integration hin entwickeln, sind die offiziellen politischen Kontakte kompliziert und oft genug gespannt gewesen.

          Während die kommunistische Volksrepublik weiterhin auf einer Wiedervereinigung Taiwans mit der Volksrepublik besteht, und diese auch nötigenfalls mit militärischer Gewalt erreichen will, hat das demokratische Taiwan sich zu einem Staat entwickelt, der seine „de facto“ Unabhängigkeit schätzt und gegenüber dem großen Nachbarn behaupten möchte. Zum Entsetzen Pekings wählte Taiwan im Jahr 2000 die Demokratische Fortschrittspartei DPP, die unter ihrem Präsident Chen Shui-bian für eine „de iure“ Unabhängigkeit Taiwans eintrat. Nachdem aber im Jahr 2008 die DPP abgewählt und die Kuomintang unter Präsident Ma Ying-jeou an die Macht gekommen war, haben sich die Beziehungen schnell erwärmt.

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