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Chinas Aufstieg : Der lange Marsch zur Wirtschaftsmacht

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Der größte Flughafenterminal der Welt: Die von Norman Foster entworfene Pekinger Abfertigungshalle Bild: picture-alliance/ dpa

Schon bei der Ankunft im neuen Terminal des Pekinger Flughafens sollen die Besucher der Olympischen Spiele sehen: Der lange Marsch aus der Armut hat China den Anschluss gebracht an die modernen Volkswirtschaften. Aber wie geht es weiter?

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          Chinas Wandel von einer geschlossenen sozialistischen Wirtschaft zur Werkbank der Welt, zum Finanzier westlicher Konsumnachfrage, zum Motor steigender Rohstoff- und sinkender Industriegüterpreise und zuletzt zum beachteten Auslandsinvestor ist in der jüngsten Wirtschaftsgeschichte ohne Beispiel. Der Herausforderung, diesen Wandel ohne Wirtschaftskriege und politische Unruhen zu bestehen, müssen sich Chinesen und der Rest der Welt gleichermaßen stellen.

          Erstere haben dies in den vergangenen dreißig Jahren so gut bewältigt, dass mehr als 500 Millionen Chinesen den Aufstieg aus existentieller Armut geschafft haben. Heute lebt nur noch jeder zehnte Chinese unter der Armutslinie von einem Dollar am Tag, 1981 waren es 64 Prozent. Das Land beherbergt damit nur noch 13 Prozent aller Armen der Welt in dieser Einkommensgruppe, 1981 waren es 43 Prozent. Das Millenniumsziel, die Armut in der Welt bis 2015 zu halbieren, wäre ohne den chinesischen Beitrag eine Illusion.

          Mehr Arbeitsplätze geschaffen als vernichtet

          Gewinner des chinesischen Aufstiegs sind aber auch Konsumenten, Produzenten und Staaten in aller Welt. Überall profitieren Konsumenten - gerade auch jene mit niedrigem Einkommen - von sinkenden Preisen der Konsumgüter, die China in immer größeren Mengen auf den Weltmärkten anbietet. Von 1996 bis zur Jahrtausendwende stiegen die Exportmengen jährlich um zwölf Prozent, seither werden Zuwächse bis zu 35 Prozent erzielt. Industrieländer haben darauf teils mit Anti-Dumping-Verfahren, Ausgleichszöllen und Schutzklauseln reagiert und damit einen Teil der Einkommensgewinne der Konsumenten zunichtegemacht. Dennoch blieben reale Einkommenszuwächse für Konsumenten bestehen.

          Der wirtschaftliche Aufstieg hat mehr als 500 Millionen Chinesen aus der Armut befreit

          Produzenten haben vom chinesischen Markt, dessen Schutzmauern vergleichsweise niedrig sind, als Beschaffungs- und Absatzmarkt profitiert. Innerhalb von dreizehn Jahren (1993 bis 2006) hat sich Chinas Anteil an den Welteinfuhren von 2,8 Prozent auf 6,5 Prozent mehr als verdoppelt. Nachgefragt werden längst auch die anspruchsvollen Produkte der deutschen Anbieter. Wesentlichen Anteil daran haben ausländische Direktinvestitionen in China gehabt, die Nachfrage nach den Technologien der Industrieländer und damit nach entsprechenden Kapitalgütern entfalteten. Chinas Anteil am Bestand ausländischer Direktinvestitionen in der Welt nahm von 1,2 Prozent im Jahre 1990 auf 3,1 Prozent im Jahre 2005 zu. Für deutsche Auslandsinvestoren avancierte China zum drittwichtigsten Standort im verarbeitenden Gewerbe nach den Vereinigten Staaten und Frankreich.

          Dass der Angebotsdruck aus China Arbeitsplätze in den Industriestaaten gekostet hat - so wie auch der Aufstieg Deutschlands in der Nachkriegszeit anderen Ländern Arbeitsplatzverluste bescherte - , ist unstrittig. Aber es gibt hinreichende Belege dafür, dass Chinas Aufstieg unter dem Strich in den Industrieländern mehr Arbeitsplätze geschaffen als gekostet hat.

          Ineffizientes Wachstum?

          Viel umstrittener ist die Frage nach dem künftigen Verlauf des Aufstiegs. Sie ist nicht neu und wurde in einer Weltbankstudie schon vor fünfzehn Jahren gestellt, also zur Halbzeit der bisherigen Wachstumsperiode Chinas. Damals wurden vier mögliche Engpassfaktoren für das weitere Wachstum des Landes diskutiert: mangelnde Infrastruktur, die damals noch am Beginn stehende Reform der staatseigenen Betriebe, der rudimentäre Stand des Finanzsektors und das Umweltproblem.

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