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Wettlauf mit der Zeit : Katastrophenregion von Überflutung bedroht

  • Aktualisiert am

Mittels Sprengstoff versuchten Soldaten das Abflussloch von angestautem Unrat zu befreien Bild: AP

Noch immer kämpfen Soldaten und Rettungskräfte am Tangjiashan-See gegen das Wasser. Die Pegel steigen weiter, die Region wird von Nachbeben erschüttert. Wenn die künstlichen Dämme aus Schutt und Felsen brechen, sind über eine Million Menschen in Gefahr.

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          Trotz unermüdlicher Bemühungen der Einsatzkräfte ist die Gefahr eines Dammbruchs am Tangjiashan-See in China noch nicht gebannt. Bis Montagmorgen stieg der Pegel des von Erdrutschen aufgestauten Gewässers auf zwei Meter über dem kürzlich geöffneten Abflusskanal. Damit erhöhte sich der Druck auf den Damm aus Schutt und Felsen. Sollte es zu einer Flutwelle kommen, wären rund eine Million Menschen gefährdet. 250.000 Anwohner wurden bereits evakuiert.

          „Die Einsatzteams am Damm befinden sich in einem verzweifelten Kampf, und der Ausgang ist völlig unsicher“, sagte David Petley, Geographieprofessor an der Universität Durham im Nordosten Englands. Demnach zeigt der steigende Pegelstand, dass die Wassermassen aus dem künstlichen See nicht schnell genug abfließen. Bei einer Beschleunigung besteht jedoch die Gefahr, dass Teile des Damms mitgerissen werden und dieser von unten ausgehöhlt wird.

          Der See entstand infolge der Erdmassen, die den Fluss Tongkou nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Mai aufstauten. Mehrere Nachbeben verschärften die Lage an dem künstlichen Damm. Die Einsatzkräfte versuchten deshalb, mit gezielten Sprengungen neue Kanäle für den Abfluss der Wassermassen anzulegen.

          Kistenweise Sprengstoff wurden benötigt
          Kistenweise Sprengstoff wurden benötigt : Bild: AP

          Weitere Nachbeben

          Am Montag wurde die Katastrophenprovinz Sichuan von einem weiteren Nachbeben der Stärke 5,0 erschüttert, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Betroffenen waren die Provinzhauptstadt Chengdu und die bereits stark zerstörte Stadt Mianyang. Das Ausmaß der Schäden war zunächst unklar. Dem Beben der Stärke 6,9 vom 12. Mai waren mehr als 69.000 Menschen zum Opfer gefallen, knapp 18.000 gelten weiterhin als vermisst.

          Derweil wurde auch der Westen Chinas von einem Erdbeben der Stärke 5,1 erschüttert. Der Geologische Dienst der Vereinigten Staaten erklärte, das Beben sei am Montagmorgen gegen 2.00 Uhr Ortszeit im Westen der Provinz Qinghai registriert worden. Berichte über Verletzte oder Schäden lagen nicht vor. Das betroffene Gebiet ist laut Xinhua nur dünn besiedelt und liegt mehrere hundert Kilometer vom Katastrophengebiet in Sichuan entfernt.

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