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Überflutungsgefahr in China : Hunderttausende Menschen müssen weichen

  • Aktualisiert am

Der Tangjiashan-See bedroht Hunderttausende Menschen Bild: REUTERS

Aus Angst vor Überflutungen werden im chinesischen Erdbebengebiet weitere Menschen in Sicherheit gebracht, bis zu 1,3 Millionen Chinesen könnten betroffen sein. Soldaten bemühen sich fieberhaft darum, die Dämme des Tangjiashan-Sees abzusichern.

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          Im Erdbebengebiet von Sichuan müssen Hunderttausende Menschen wegen Überflutungsgefahr in Sicherheit gebracht werden. Nach heftigen Regenfällen droht der durch das Erdbeben aufgestaute Tangjiashan-See überzulaufen. Der See sei in „sehr gefährlichem Zustand“, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag. Der Parteichef der flussabwärts gelegenen Stadt Mianyang ordnete an, dass gegebenenfalls 1,3 Millionen Menschen in höhergelegene Gebiete ausweichen müssten.

          Am Freitag wurden bereits 200.000 Menschen aus dem gefährdeten Gebiet gebracht. Die Evakuierung von 50 Kilometern des Flusstales des Jianjiang-Flusses bis in die Stadt Mianyang und den Kreis Santai soll dann noch in den nächsten Tagen weitergehen. 600 Soldaten arbeiteten weiter fieberhaft am Bau eines Kanals, der Wasser aus dem Tangjiashan-See ableiten soll. Mit der Fertigstellung des Kanals ist aber nicht vor dem 5. Juni zu rechnen. Der See ist nur zu Fuß und aus der Luft zu erreichen, da die Straßen verschüttet sind.

          Zusätzliche Gefahr droht durch neuerliche Nachbeben. Nach Behördenangaben ist mit weiteren Beben in einer Stärke von bis zu 6,5 zu rechnen.

          Insgesamt sind nach dem Beben in den Bergregionen von Sichuan 34 Seen entstanden, als Flüsse durch Erdrutsche aufgestaut wurden. Zehn von ihnen sind schon übergelaufen, bei fünf drohe das, hieß es. Der Tangjiashan-See ist besonders gefährlich, weil er vor einem dicht besiedelten Gebiet liegt. Gefahr droht auch von Rissen und Brüchen in den Staudämmen der Region. Peking hat umgerechnet 100 Millionen Euro für die Reparatur von Dämmen in Sichuan bereitgestellt.

          Die Zahl der Todesopfer hat sich unterdessen auf mehr als 68.000 erhöht. Mehr als 18.000 Menschen werden noch vermisst. Im Erdbebengebiet sind neben 130.000 Soldaten und Polizisten und zehntausenden Freiwilligen auch ausländische Helfer im Einsatz.

          Die japanische Regierung bestritt am Freitag, dass sie Hilfsgüter mit Militärflugzeugen nach China habe bringen wollen. Die Hilfsgüter würden vielmehr in zivilen Maschinen geliefert, hieß es. In China bestehen wegen der japanischen Besetzung Chinas während des Zweiten Weltkrieges noch große Vorbehalte gegen Japan, besonders gegen japanische Soldaten.

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