https://www.faz.net/-gd7-x8ah

Nach den Erdbeben : China ordnet Staatstrauer an - Zahl der Toten steigt

  • Aktualisiert am

Übergangsquartier in Beichuan Bild: AFP

In den Erbebengebieten im Südwesten Chinas sind nach neuesten Behördengaben mehr als 32.000 Menschen ums Leben gekommen. Das amerikanische Militär fliegt Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete. Es ist das erste Mal, dass Peking nach der Katastrophe Hilfe von ausländischen Truppen annimmt.

          4 Min.

          Sechs Tage nach dem verheerenden Erdbeben in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf 32.477 gestiegen. Die Zahl der Verletzten gab die Regierung am Sonntag in Peking mit 220.000 an. Ein Nachbeben der Stärke 5,7 verbreitete erneut Angst und Schrecken, die Gefahr einer Flutwelle aus von Erdrutschen aufgestauten Flüssen ging nach Behördenangaben zurück.

          Nach Angaben des Gesundheitsministeriums müssen 122.000 Menschen in Krankenhäusern und Feldlazaretten ärztlich behandelt werden. Um sich ein Bild von der Lage zu machen, setzte Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao am Sonntag seinen Besuch im Katastrophengebiet fort. Seine Regierung hat eine dreitägige Staatstrauer für die Opfer des Erdbebens ausgerufen. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Sonntag, die Trauerperiode werde amMontag beginnen.

          Amerikanischer Hilfsflug nach Chengdu

          Zwei amerikanische Militärflugzeuge flogen unterdessen Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete - das erste Mal, dass Peking nach der Katastrophe Hilfe von ausländischen Truppen annimmt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldet. Das erste Flugzeug mit Lebensmitteln, Generatoren und Decken an Bord sei am Morgen bereits in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, gelandet, sagte eine Vertreterin der amerikanischen Botschaft in Peking. Eine zweite Maschine sollte am Nachmittag in der Region eintreffen.

          Übergangsquartier in Beichuan Bilderstrecke

          Der Kommandeur der Truppen im Pazifik, Admiral Timothy Keating, sprach in einer Erklärung den Opfern des Bebens sein Mitleid aus. „Wir werden weiterhin jede mögliche Hilfe leisten, um ihr Leiden und den Tod zu verhindern“, sagte er weiter. Laut Xinhua haben die Vereinigten Staaten bislang Hilfen in Höhe von auf 1,6 Millionen Dollar (rund eine Millionen Euro) bereitgestellt. Insgesamt hätten die nationalen und internationalen Hilfsgelder eine Summe von rund 860 Millionen Dollar (rund 552 Millionen Euro) erreicht.

          Atomanlagen „sicher und kontrollierbar“

          Die Atomeinrichtungen im Erdbebengebiet beschrieben Regierungsquellen nach einer Untersuchung als „sicher und kontrollierbar“, wie Xinhua schrieb. In dem schwer betroffenen Gebiet von Mianyang und Guangyuan unweit des Epizentrums liegt das wichtigste chinesische Entwicklungszentrum für Atomwaffen. Dazu gehören ein Forschungsreaktor, die größte chinesische Plutoniumproduktion und andere Labors. Nach dem Erdbeben hatte das Amt für nukleare Sicherheit und das Umweltministerium sofort Nuklearexperten nach Sichuan entsandt, um die Atomeinrichtungen zu überprüfen.

          Noch immer gibt es Berichte von der wundersamen Rettung mehr als 130 Stunden verschütteter Menschen: Bergungskräfte bargen am Sonntag zwei verschüttete Männer lebend aus den Trümmern. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, Tang Xiong sei nur leicht verletzt nach 139 Stunden aus dem eingestürzten Krankenhaus von Beichuan gerettet worden. Ebenfalls in Beichuan sei acht Stunden zuvor ein weiterer Mann, Wu Jianping, geborgen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Über seinen Zustand lagen keine Informationen vor.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kampf gegen Corona : Dem Virus davonfliegen

          Die ersten Länder haben damit begonnen, ihre Bürger aus Wuhan auszufliegen. Für die politische Führung in Peking wird die Lage kritisch, viele Chinesen rufen nach Konsequenzen. Dafür geht es dem ersten deutschen Erkrankten besser.
          Ein Landwirt pflügt ein Feld bei Müncheberg in Brandenburg. (Archivfoto)

          Ostdeutsche Landwirtschaft : Die Umwandlung der LPG ist Geschichte

          30 Jahre nach der Wiedervereinigung bleibt die Veränderung der Besitzverhältnisse in Ostdeutschland umstritten. Viele frühere Mitglieder der LPG fühlten sich als private Landwirte um ihre Chancen beraubt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.