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Artenschutz : Pandabären steigen immer höher

  • -Aktualisiert am

Arbeiter retten den Pandabären Xi Xi aus der Erdbebenregion Bild:

In der Erdbebenprovinz Sichuan will China Pandabären retten. Deren Zahl hat zwar wieder zugenommen. Dennoch bleibt der Fortbestand der Art gefährdet, zumal ungewiss ist, ob sie auch in der freien Wildbahn überleben könnte. Petra Kolonko besuchte das Reservat von Wanglang.

          Im „Pandakindergarten“ von Chengdu ist Spielstunde. Acht putzige kleine Pandabären leben in dem kleinen Gehege, klettern über Baumstämme, purzeln übereinander, tapsen hinter ihrer Betreuerin her. Einige der schwarzweißen Tiere mit den traurigen, schwarzumrandeten Augen kauen auf Bambusstangen herum, andere richten sich an den Beinen der Betreuerin auf, um Apfelstückchen zu erbetteln. Von Trägheit keine Spur, die flauschigen jungen Bärchen sind ständig in Bewegung. Die Besucher sind begeistert, die Kameras klicken, so nah kommt man selten an die possierlichen Tierjungen, die man sonst allenfalls als Plüschtiere kennt. Wer eine Spende von 100 Dollar bezahlt, darf sogar eines der Pandajungen auf den Schoß nehmen.

          Draußen in der Wildnis gibt es kaum noch spielende Pandabären. Auch die Zukunft der Kleinen aus der Panda-Forschungs- und Zuchtstation von Chengdu ist ungewiss. Die Pandabären sind vom Aussterben bedroht. In Südwestchina, der Heimat des „Großen Panda“, wie er genau heißt, gab es im Jahr 2004 nur noch 1600 in der Wildnis, 240 Pandabären leben in Zoos auf der ganzen Welt.

          Gastspiel bei den olympischen Spielen

          Die Pandabären sind überall beliebt, in den Zoos sind sie Publikumsmagneten. China bedient sich ihrer als Vorzeigetiere und als Geschenk im Dienst der chinesischen Diplomatie. Acht junge Pandabären aus Sichuan sollen sogar bei der Eröffnungsveranstaltung der Pekinger Olympischen Spiele einen großen Auftritt haben. Sie wurden zur Vorbereitung schon in den Pekinger Zoo gebracht.

          Ein Pandabär auf dem Weg zu den olympischen Spielen

          Im Entwicklungsland China wurde der Natur- und Tierschutz erst spät entdeckt – als die Population der Pandas schon dezimiert war. Erst vor drei Jahrzehnten wurde die Jagd auf den Pandabären verboten und mit drastischen Strafen bis hin zur Todesstrafe geahndet. In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Lebensraum der Bären immer mehr eingeschränkt. Vor allem die Abholzung der Bergwälder in den Provinzen Sichuan und Shaanxi in den achtziger und neunziger Jahren und der Bau von Straßen in den Pandabergen zerstörten das Habitat. Zwei Stationen in der Provinz Sichuan begannen mit der Pandazucht. Doch damit allein werden die Tiere kaum zu retten sein.

          Weibchen nur an einem Tag im Jahr empfängnisbereit

          „Das Habitat der Pandabären muss geschützt werden“, sagt Pandaforscherin Kati Loeffler, die in der Aufzuchtstation von Chengdu die Tiere ärztlich betreut. Auch die chinesische Regierung hat dies erkannt. In China gibt es mittlerweile 75 Naturreservate, wo Pandas ungestört leben sollen. Das sehe zwar auf dem Papier ganz gut aus, sagt Kati Loeffler, doch sind die „Kernzonen“ der Reservate, wo menschliche Aktivitäten strikt verboten sind, klein und die Reservate oft nicht untereinander verbunden, so dass die Pandas nicht weiterwandern können.

          Das jedoch ist für ihre Fortpflanzung wichtig. In der Paarungszeit ziehen die Pandabären aus ihren Revieren auf der Suche nach Partnern in andere Regionen. Pandas, das weiß man aus der Forschung, sind wählerisch. Nicht jedes Tier paart sich mit jedem. Und die Zeit, in der das Weibchen befruchtet werden kann, ist knapp, gerade einmal ein Tag im Jahr. Wenn der Panda kein Weibchen findet, wird es bis zum nächsten Jahr dauern, bis wieder eine Paarung stattfinden kann.

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