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Nordkorea-Krise : Schweigen aus China

  • -Aktualisiert am

Jinping hält sich mit Kritik zurück

Der chinesische Präsident Xi Jinping hielt sich mit Kritik zurück und ließ diese stattdessen nur von seinen Diplomaten äußern. Die hatten Nordkoreas Atomtest scharf verurteilt und fordern eine Verhandlungslösung. In Peking hat die Regierung der nordkoreanischen Botschaft eine Protestnote übergeben. Nach den kämpferischen Äußerungen der amerikanischen UN-Botschafterin Haley hat Chinas Botschafter bei den Vereinten Nationen nun daran erinnert, dass es nur eine friedliche Lösung geben könne und Sanktionen allein nicht ausreichten. So ließ es der chinesische Präsident beim Brics-Gipfel dabei bewenden, dass in die Abschlusserklärung eine Verurteilung des nordkoreanischen Atomtests aufgenommen wurde. Xi Jinping wollte sich von einer Diskussion über Nordkoreas sechsten Atomtest „seinen“ Gipfel nicht verderben lassen. Der chinesische Präsident selbst dürfte den Atomtest als Affront Kim Jong-uns gegen China sehen. Doch ob der Ärger über Kim Jong-uns abermalige Provokation während eines Großereignisses in China ausreichen wird, um Xi Jinpings Haltung gegenüber Nordkorea zu ändern, erscheint trotzdem unwahrscheinlich. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums wollte am Dienstag die Frage, ob China bereit sei, die Öllieferungen nach Nordkorea einzustellen, nicht direkt beantworten. Die südkoreanische Außenministerin Kang Kyung-wha gewann aber in einem Telefongespräch mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi den Eindruck, dass Peking bereit zu weiteren Sanktionen sein könnte.

Auch in Kommentaren der offiziellen chinesischen Medien zeigt sich jetzt die Sorge, dass die Situation aus der Kontrolle geraten könnte. Und neben den üblichen Beteuerungen, nach denen China nicht in der Lage sei, das Problem zu lösen, sondern es einzig und allein zwischen Pjöngjang und Washington ausgehandelt werden müsse, zeigt sich mehr und mehr Besorgnis, dass ein Ernstfall doch eintreten könnte. Durch Fehlkalkulation und Provokationen, schreibt die Pekinger „Global Times“, könnte ein katastrophaler militärischer Konflikt entstehen. Chinesische Nordkorea-Fachleute wie Zhang Liangui deuten an, dass Chinas Haltung der limitierten Sanktionen nicht zum Ziel führen kann. Im Chatdienst Wechat schrieb der Kommentator Li Fang, dass die Vorstellung, nach der Nordkorea ein wichtiger Pufferstaat für China gegen die Amerikaner sei, im Zeitalter der modernen Kriegsführung überholt sei und China sich von der historischen Last Nordkorea befreien sollte.

Unterdessen bemühte sich das Weiße Haus, das Zerwürfnis mit Südkorea herunterzuspielen. Trump hatte Präsident Moon Jae-in am Sonntag „Appeasement-Gerede“ vorgehalten. Er wirft Südkorea zugleich vor, die Vereinigten Staaten im bilateralen Handel unfair zu behandeln. Nach einem Telefonat der beiden Präsidenten zeigte Moon sich höchst zufrieden darüber, dass Trump Seouls seit vielen Jahren vorgebrachtem Begehren zugestimmt habe, Beschränkungen der Reichweite und Sprengkraft seiner eigenen ballistischen Raketen aufzuheben. Das Weiße Haus bestätigte die „grundsätzliche“ Zustimmung Trumps und stellte in Aussicht, dass Südkorea in den Vereinigten Staaten weitere Waffen und Militärausrüstung „für viele Milliarden Dollar“ kaufen werde.

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