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China : Gekaufte Politik

  • -Aktualisiert am

Kritik an den Verhältnissen in China war von ungarischer Seite nicht zu erwarten. Dafür glaubt das Land die Chinesen zu sehr zu brauchen - der Besuch Ministerpräsident Wen Jiabao in Budapest zeigt das. China gewinnt so Einfluss in und auf Europa.

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          Lobende Worte des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao für das ungarische Mediengesetz sind nicht überliefert. Aber Wen und sein Gastgeber Viktor Orbán haben einander auch so glänzend verstanden. Kein Wunder, nennt sich Ungarn doch jetzt „strategischer Partner“ Chinas. Zum Glück vermied Orbán die Peinlichkeit, von „Augenhöhe“ zwischen den guten Freunden zu sprechen. Kritik an den Verhältnissen in China war von ungarischer Seite nicht zu erwarten. Dafür glaubt das Land die Chinesen zu sehr zu brauchen. Dass es sich mit den sehr engen finanziellen Kontakten in unmittelbare Abhängigkeit begibt, wird den Ungarn klar sein. So etwas ist in Zeiten der Globalisierung weder zu vermeiden noch grundsätzlich zu kritisieren. Es ist allerdings auch nicht verboten, sich seine Geldgeber vorher etwas genauer anzusehen. Chinas finanzielle Potenz steht außer Frage. Und die Versicherung der Chinesen, das eigene Engagement in Europa sei langfristig angelegt, ist ebenfalls glaubwürdig. China gewinnt so Einfluss in und auf Europa. Das Wort von der gekauften Politik erhält eine neue Bedeutung.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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