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China/Amerika : Sorge über Ausschlachtung von Aufklärungsflugzeug

  • Aktualisiert am

Amerika fordert die Freilassung der Crew des notgelandeten Aufklärungsflugzeugs und sorgt sich um seine geheimen Daten.

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          Die Vereinigten Staaten haben sich besorgt über den möglichen Ausbau sensibler Spionagetechnologie aus ihrem in China notgelandeten Aufklärungsflugzeug durch das chinesische Militär gezeigt.

          Der amerikanische Botschafter in Peking, Joseph Prueher, sagte, angesichts der Technik in dem Flugzeug gebe es „erheblichen Anlass zu Beunruhigung“. Außenminister Colin Powell forderte Peking auf, die seit Sonntag festgehaltene Besatzung umgehend freizulassen und das Spionageflugzeug herauszugeben. Medienberichte über einen Ausbau der hochmodernen Aufklärungsgeräte wollte er jedoch vorerst nicht bestätigen. Die Besatzung und amerikanische Diplomaten konnten sich kurz zuvor erstmals treffen. Einer der beteiligten Diplomaten sagte, die Mannschaft sein „in guter Verfassung“.

          Daten wurden zerstört

          Prueher sagte weiter, die 24-köpfige Besatzung habe nach der Kollision mit einem chinesischen Jet nach seiner Einschätzung „zumindest damit angefangen“, sensible Ausrüstung und Daten an Bord zu zerstören. Es gebe aber praktisch keine Zweifel daran, dass die chinesische Regierung das Aufklärungsflugzeug untersuchen lasse. Noch sei aber unklar, wie viele Informationen dem Flugzeug entnommen worden seien. Die viermotorige Propellermaschine vom Typ EP-3E Aries II musste am Sonntag nach dem Zusammenstoß auf der Insel Hainan im südchinesischen Meer notlanden.

          Warnung vor Einmischung

          Powell sagte, die Berichte über eine Inspektion der Abhörtechnik ließen sich erst mit letzter Gewissheit bestätigen, wenn die Besatzung auf freiem Fuß sei. Er warnte Peking noch einmal vor jeder Einmischung in Belange der Vereinigten Staaten. Powell zeigte sich aber „zufrieden“, dass Diplomaten erstmals Kontakt zur Crew aufnehmen konnten. Er sei optimistisch, dass das Treffen „den Anfang des Endes dieses Vorfalls“ markiere und das Verhältnis zwischen Washington und Peking nicht dauerhaft Schaden nehme.

          Amerikaner spionierten selbst

          Peking verschärfte unterdessen den diplomatischen Ton: Präsident Jiang Zemin wies den Vereinigten Staaten die „volle Verantwortung“ für den Zusammenstoß der beiden Flugzeuge zu. Jiang forderte Washington laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua auf, die Aufklärungsflüge vor der chinesischen Küste zu unterlassen. Sie verstießen gegen internationales Recht. Nach einem Bericht der „Taipei Times“ soll das amerikanische Flugzeug vor der Kollision seinerseits Daten über einen Zerstörer der chinesischen Marine gesammelt haben. Bei dem Schiff russischer Herkunft handele es sich um den derzeit modernsten chinesischen Zerstörer.

          In einem Brief an Präsident George W. Bush forderten 83 Kongressabgeordnete, die zugesagten Waffenlieferungen an Taiwan ungeachtet aller Proteste aus Peking fortzusetzen. Die Vereinigten Staaten müssen sich in den kommenden Wochen entscheiden, ob Taiwan trotz des angespannten chinesisch-amerikanischen Verhältnisses vier mit Luftabwehrraketen ausgestattete Zerstörer erhalten soll.

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