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Rechte Gewalt in Amerika : Pence sagt das, was Trump nicht sagt

  • Aktualisiert am

Mike Pence ist der gewählte Vizepräsident der Vereinigten Staaten. Bild: Reuters

Während Donald Trump klare Worte gegen die Gewalt der Rechtsextremen in Charlottesville vermeidet, wird sein Vize umso deutlicher. Mike Pence distanziert sich von „gefährlichen Randgruppen“. Ein Signal?

          Ein deutliches Signal? Der amerikanische Vizepräsident Mike Pence hat die Ausschreitungen während eines Aufmarsches rechtsextremer Gruppen in der Stadt Charlottesville am Wochenende scharf verurteilt. „Wir haben keine Toleranz für Hass und Gewalt von Vertretern der weißen Vorherrschaft, von Neonazis oder dem Ku Klux Klan“, sagte der Stellvertreter des Präsidenten während eines Besuches in Kolumbien. „Diese gefährlichen Randgruppen haben keinen Platz im öffentlichen Leben und in der Debatte in Amerika und wir verurteilen sie auf das Schärfste.“

          Nach einem Bericht der Internetseite „The Hill“ sagte Pence dabei auch, dass Präsident Donald Trump dies ebenfalls auf das Schärfste verurteile. Dahinter steckt Brisanz: Denn Trump selbst vermied bislang eine so klare öffentliche Positionierung und Verurteilung des Verhaltens der rechtsextremen Gruppierungen. Er verurteilte stattdessen die „Gewalt auf vielen Seiten“ und stellte damit nach einhelliger Auffassung die Rechtsextremen auf eine Stufe mit den antirassistischen Gegendemonstranten.

          „Herr Präsident, wir müssen das Böse benennen“

          Das löste vehemente Kritik sowohl von Seiten der oppositionellen Demokraten als auch der regierenden Republikaner aus, zu denen auch Trump gehört. „Herr Präsident - wir müssen das Böse beim Namen nennen", erklärte der republikanische Senator Cory Gardner am Wochenende über den Kurznachrichtendienst Twitter.

          Die demokratische Oppositionsführerin Nancy Pelosi hatte von Trump eine explizite Verurteilung der "white supremacy"-Bewegung als Affront gegen amerikanische Werte gefordert. Trump hatte am Samstag zwar den „ungeheuerlichen Hass und Fanatismus“  kritisiert, aber lediglich davon gesprochen, dass „viele Seiten“ beteiligt waren. Der Gouverneur des Bundesstaates Virginia, Terry McAuliffe, machte Neo-Nazis für die Gewalt verantwortlich. Er rief den Ausnahmezustand über die Stadt aus. Bei den Auseinandersetzungen wurden der Polizei zufolge mehr als 30 Menschen verletzt.

          Scaramucci schimpft über Bannon

          Auch der nach zehn Tagen wieder entlassene Kommunikationschef des Weißen Hauses Anthony Scaramucci kritisierte Trump wegen dessen vagen Äußerungen zur Gewalt in Charlottesville. „Ich hätte ihm dieses Statement nicht empfohlen“, sagte er im ersten Fernsehinterview nach seinem Rauswurf dem Fernsehsender ABC News. „Er hätte viel härter sein sollen im Umgang mit den weißen Rassisten.“ Der Angriff sei Terrorismus gewesen, so Scaramucci weiter.

          Der Investor aus New York feuerte auch abermals gegen Trumps Chef-Strategen Steve Bannon. Dessen Toleranz für weißen Nationalismus und Suprematismus sei unverzeihlich, von diesem „Nonsens“ solle sich der Präsident verabschieden.

          Während der Ausschreitungen kam mindestens eine Frau ums Leben, als ein Auto Polizeiangaben zufolge aus noch ungeklärter Ursache in eine Gruppe von Gegendemonstranten raste. 19 weitere wurden dabei verletzt, fünf von ihnen schwer. Das FBI hat mittlerweile die Ermittlungen übernommen, um zu untersuchen, ob gegen Bürgerrechtsgesetze verstoßen worden sei.

          Der Fahrer des Fahrzeugs, das Videobildern zufolge mit hoher Geschwindigkeit in die Gruppe fuhr, befindet sich Sicherheitskräften zufolge in Polizeigewahrsam. In diesem  Zusammenhang gab es drei weitere Festnahmen. Bei der Getöteten handele es sich um eine 32 Jahre alte Frau.

          Zudem haben die Behörden Ermittlungen zum Absturz eines Polizeihubschraubers aufgenommen, bei dem zwei Polizisten aus Virginia starben. Ob der Absturz mit den Unruhen zusammenhängt, war jedoch zunächst nicht klar.

          In der Innenstadt von Charlottesville waren am Samstag Hunderte Menschen, die zum Teil Symbole von weißen Nationalisten trugen, mit einer ähnlichen Zahl von Gegendemonstranten aneinandergeraten. Mitglieder beider Gruppierungen trugen Helme und  Schutzanzüge, einige schwenkten Holzpfosten. Die Rechtsextremen der "white supremacy"-Bewegung protestieren gegen die geplante Entfernung einer Statue von General Robert E. Lee, der im amerikanischen Bürgerkrieg die Truppen der Konföderierten anführte. Anhänger der nationalistischen Alt-Right-Bewegung haben sich seit dem Wahlsieg Trumps verstärkt in der Öffentlichkeit gezeigt.

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